Montag, 26. Februar 2018

Neues vom Scheckenheld - Die Rückfahrt

Die erfolgreiche Hängerfahrt (150 Meter) von letzter Woche haben wir heute wiederholt. Einsteigen auf der Mistplatte, aussteigen vorne im Hof. Hänger wenden. Wieder einsteigen.
Schlau, dass wir nicht weit gefahren sind (bis Hamburg oder so). Denn woanders wieder einsteigen ist noch nicht geübt. Aber wir haben geübt, wie man übt. Daher konnten wir das Einsteigen für die Rückfahrt recht zügig üben, ohne das klassische "wie der Ochs vorm Scheunentor stehen". Einsteigen, aussteigen, einsteigen, ein Maul voll fressen, aussteigen, gucken, einsteigen, fressen, aussteigen, gucken, einsteigen, fressen, stehenbleiben und die hintere Stange akzeptieren, fressen, fressen, hintere Stange weg, aussteigen.
Übermorgen fahren wir dann in den Süden. 150 Meter vom Hof bis zur Mistplatte.
 
Beim Hängertraining wird vermutlich oft nur das Verladen geübt, aber nicht das Fahren, das Aussteigen, das Wiedereinsteigen und das Zurückfahren. So erklärt sich dann das häufig auftretende Problem, dass die Pferde zwar daheim gut in den Hänger gehen, sich aber nach einem Seminar, Reitkurs oder Turnier nicht mehr verladen lassen. Im Nachhinein bin ich froh, dass ich nach der ersten Fahrt vergessen habe, das in der Box geparkte Pferd für die Rückfahrt wieder einzuladen. Ich war so froh, dass der Hänger gewendet war, dass ich gleich zum Hängerparkplatz durchgefahren bin. Es wäre zuviel des Guten gewesen...

Erfahrungsbericht

Ich bin Energetikerin und arbeite mit der Cranio-Sacralen Balance. Mein Anliegen ist es immer, das Lebewesen in seiner Gänze zu erfassen und entsprechende Impulse zu geben. So ein Ansatz hat mir in der körperlichen Arbeit mit meinen Pferden immer gefehlt. Die Anwendung der Biomechanik, die ich kannte, war immer so kleinteilig, so linear mit „ich will A, dann mach ich B“. Das hat mir nicht gefallen und eben seeeehr  oft auch nicht funktioniert.
     Mit der Biotensegrity, den Faszienzugbahnen und Maren Diehls Herangehens- und Sichtweise hat sich für mich endlich ein „ganzheitlicherer“ Zugang gefunden! Über die Arbeit mit den übergreifenden faszialen Strukturen komme ich dem Bewegungsgefühl des Lebewesens viel näher. Zudem lasse ich dem Pferd den Raum für eigene Erfahrungen und Umsetzung – wie bei meiner therapeutischen Arbeit mit den Selbstheilungskräften. 
 
Meine Erfahrung ist:
Das Pferd entwickelt sich nicht nur körperlich, sondern im Ganzen als Persönlichkeit. Tier und Mensch finden neue Wege und neue Ansätze, der Blick bleibt offen, der Weg ist spielerischer, ideenreicher, abwechslungsreicher, gegenseitig aufmerksamer. Der eigene Blick und die Empfindung für die Bewegung des Pferdes werden geschult.

Konkrete Punkte, die für mich Augenöffner waren:
Die Aufteilung in die Funktionalen Einheiten FE I und FE II und der Ansatz, speziell die Vorhand in die Arbeit zu bringen und den Fokus von der untergreifenden Hinterhand mit gesenktem Hinterteil mal wegzunehmen. Das war für mich ein echtes Raus- aus-der-Sackgasse bei meinem Araber!
Die Bewußtheit über das Schlängel-Gefühl bei der Bewegung der Wirbelsäule und der Einsatz dieses Bildes bei der Arbeit war der Durchbruch zu einem entspannteren Rücken bei meinem ShagyaWB.
Das Verständnis über die Auf- und Entladung der Struktur bei Zug und Druck und das Ziel einer tensegralen Struktur, den Raum zu behaupten, ist ein völlig neuer Zugang, der aber eine ganz andere Arbeits- und vor allem Bewegungsqualität erzeugt. Ich merke zudem deutlich, daß die Strukturen weniger be-, geschweige denn überlastet sind.

Zudem teile ich Marens Ansicht, daß das LSG sich im Galopp zur Kraftphase der Hinterhand hin schließen muss, damit der Kraftschluß erhalten bleibt, wenn der Galoppsprung korrekt durchgeführt wird.

Auch in meiner therapeutischen Arbeit am Pferd/Hund etc konzentriere ich mich noch mehr auf die Faszienzüge und die Verbindung der knöchernen/muskulären Strukturen über das Fasziengewebe.

Die Erfolge sind sichtbar!
Barbara Quiehl-Masmeier

Freitag, 23. Februar 2018

Neues vom Scheckenheld: Hängertraining - Hinfahrt

Der Scheckenheld und der Hänger haben ihre erste gemeinsame Fahrt überlebt. Von der Mistplatte durch die Stallgasse in den Hof. Sorgen hatte ich mir ja primär um den Hänger gemacht. Aber "Warte!!!!" funktioniert wirklich gut. Das gibt mir Zeit und Luft, alles aufzumachen, was kaputtgehen kann, wenn ein Schecke rückwärts durchpanzert.
Das Pferd war der personifizierte Stolz, als es dann, noch auf der Hängerrampe stehend, seine Leistung trötend der Welt kund tat.  Machen wir morgen nochmal (Plan).
 

Freitag, 16. Februar 2018

Neues vom Scheckenheld - Hängertraining

Hängertraining

Der Held geht frei auf den Hänger. Wiederholbar. Steht. Ich darf den Riegel einhängen. Futter nachlegen. Klappe zumachen. Freundliche Worte. Ziemlich lange zu lassen. Bis das Futter alle ist und Fragen kommen. Warte! Klappe wieder auf. Klaps auf den Hintern, damit, wie geübt, selbiger die Stange freigibt. Keine Reaktion. Weder mehr Stress, noch freie Stange. Der Blick, mit dem ich bedacht werde, signalisiert, dass etwas nicht richtig ist. Ach ja, sonst habe ich - um Befreiungsschläge abzuwenden, meine Chancen zu verbessern und das Pferd von der den Fluchtweg versperrenden und die Selbstbestimmung einschränkenden Stange abzulenken - erst nochmal eine Hand voll Mais vorne auf die Platte geworfen. Kaum geschehen, gibt der Hintern die Stange frei, ich kann sie heraus nehmen und das Pferd schreitet geordnet rückwärts vom Hänger. Dass selbiger jetzt angehängt ist und woanders steht, ist nicht relevant. Eine Änderung im Ablauf geht jedoch üüüüü.ber.haupt.nicht. *lach*

Man muss dazu wissen, dass der Held immer noch überzeugend erklärt, dass er sich, wenn man nicht schneller wird, durch gezielte Zerstörung des Hängers selbst befreit. Aaaaaber .... er wartet schon ziemlich lange, bevor er Ernst macht. Am Montag werden wir mal ein paar Meter fahren.

Bei seinem Papa ist alles noch viel spannender. Der findet Mais nicht besonders erstrebenswert, Leckerli und Zucker bringen es ebenso wenig wie Karotten. Heute habe ich aber herausgefunden, dass er die Peitsche gerne töten möchte und versucht, draufzutreten. Das üben wir jetzt mal ganz entspannt - töten auf Kommando ist erlaubt. Bin mir sicher, dass wir damit die Füße auf die Klappe bekommen!

(Da die Chancen, ihn auf den Hänger zu bekommen, im absoluten Minusbereich stehen, habe ich einfach mal geübt, mit der Peitsche völlig wertfrei, ohne Stress und Schimpfen, komische Sachen zu machen. Für jede aus seiner Sicht natürliche und sinnvolle Reaktion habe ich ihn gelobt, um klarzumachen, dass wir uns nicht streiten, sondern forschen. Fand er ziemlich spannend! Und ich werde mir anhand seiner Reaktionen einen Plan stricken.)