Samstag, 12. August 2017

Die These und die Biotensegrität

Inzwischen habe ich zu der These bezüglich des Lumbosakralgelenkes recht viel positives Feedback erhalten. Es melden sich TrainerInnen, TherapeutInnen und ReiterInnen aus verschiedenen Richtungen und es freut mich, dass das Thema durch Diskussion belebt wird.
   Ein wesentlicher Aspekt der Betrachtung ist für mich die Unterscheidung zwischen mechanischer Bewegung und tensegraler Bewegung. Der tensegrale Bewegungsgedanke schließt beispielsweise ein unter Last geöffnetes und dadurch abgekoppeltes LSG weitgehend aus. Daher möchte ich all denen,
die sich mit diesem Thema befassen, nahelegen, ihr Gefühl für Biotensegrität zu schulen.

"Prämissen
sind Annahmen, auf denen sich eine Lehre, ein System oder eine Weltanschauung begründet. Die Auswahl und Festlegung der Prämissen beruht auf einer mehr oder weniger willkürlichen Entscheidung."
 
Dieses Zitat aus dem Buch "Biotensegrity - Jenseits der Biomechanik" soll nicht nur darauf hinweisen, dass die den verschiedenen Reitweisen zugrundeliegenden Annahmen frei gewählt sind, sondern auch auf die freie Wahl eines Jeden! Meine Sicht auf Bewegung bei Menschen und Pferden begründet sich auf der Annahme, dass Biotensegrität das passendere Erklärungsmodell für lebende
Körper in Bewegung ist als die klassische Biomechanik.

"Der Unterschied
Die herkömmliche Biomechanik bedient das lineare Denken, während Biotensegrity zum Volumendenken und -fühlen führt. Biomechanik steht für ein Denken entlang der drei Raumachsen, Tensegrität hingegen für eine Omnidirektionalität, die mit newtonschen Gesetzen kaum zu beschreiben ist. Die Tensegrität ist es, die aus einem Sack voller Pferdeteile ein Reitpferd werden lässt."
 
Das Buch über Biotensegrity habe ich nicht geschrieben, um reich zu werden (Mindestlohn? Davon kann man als Buchautor nur träumen...), sondern um das Thema in die Welt zu bringen. Und so, wie sich meine Arbeit nach dem ersten Buch weiterentwickelt hat, geht es jetzt nach dem zweiten Buch mit dem Thema Gebrauchshaltung aus der Sicht des Pferdes weiter. Dazu ist kein Buch geplant, sondern vorerst ein Seminar und für 2018 eine Konferenz, auf der das LSG zwar ein wichtiges, aber mit Sicherheit nicht das einzige Thema ist. 
 
Um eine fruchtbare Diskussion führen zu können, halte ich es für wichtig, die Prämissen der Gesprächspartner zu kennen. Wer sich nicht mit Biotensegrity als möglicher Prämisse beschäftigt hat, wird die Argumentation derer, die sich für Biotensegrität als Erklärungsmodell entschieden haben, nicht verstehen können. Wer das Geld für das Buch nicht ausgeben möchte, kann sich auch auf Biotensegrity.com kundig machen. Dort finden sich Primärinformationen des Mannes, der Biotensegrity als Alternative zur Biomechanik entdeckt hat. Allerdings auf englisch. Ich freue mich auf konstruktive Diskussionen! Und auf Vernetzung...

 
 

 

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