Dienstag, 26. April 2016

Buchempfehlung: Der Wissenschaftswahn, Rupert Sheldrake

Rupert Sheldrake – Der Wissenschaftswahn – Warum der Materialismus ausgedient hat

Ein geniales Buch! Ein Buch, in dem Rupert Sheldrake sehr präzise beschreibt, wie wenig wissenschaftlich in den Naturwissenschaften geforscht und vor allem bewertet wird und wie stark das moderne wissenschaftliche Arbeiten von Dogmen und Tabus begrenzt wird.
 
Ich habe das Leben eines Wissenschaftlers geführt und bin ein entschiedener Verfechter des wissenschaftlichen Ansatzes. Es verstärkt sich bei mir jedoch die Überzeugung, dass die Naturwissenschaften einiges an Spannkraft, Vitalität und Neugier eingebüßt haben. Ihrer Kreativität stehen dogmatisches und ideologisches Denken, ängstlicher Konformismus und institutionelle Schwerfälligkeit im Wege.“
 
Erhellend für mich war, dass auch die Naturwissenschaften auf der Basis von Annahmen forschen, nachdem ich mich gerade erst mit den zugrundeliegenden Annahmen verschiedener Reitlehren befasst habe. Und es befreit, wenn man weiß, dass man die Macht hat, sich für andere Prämissen zu entscheiden und auch Paradigmen in Frage stellen kann und muss.
 
Ganz neue Horizonte öffnen sich, wenn eine fraglos akzeptierte Annahme nicht mehr als selbstverständliche Wahrheit genommen, sondern zum Ansatz eines forschenden Fragens gemacht wird.“
 
Ja, ja, ja! Sehr überzeugend ist Sheldrakes Arbeit, weil er selbst ein Leben lang Wissenschaftler war und nicht einfach von außen etwas bewertet, was er nie erlebt hat. Seine Art, zu hinterfragen und dabei Zusammenhänge und Widersprüche aufzuzeigen, ist erfrischend und belebend – und hat mein Inselwissen in Sachen Quantenphysik, Vererbung, Geist und Gehirn, Bewusstsein, Naturgesetze, Geschichte der Naturwissenschaften, mechanistische Medizin und Objektivität stark erweitert.
 
Fast 450 Seiten gut zu lesende Fortbildung für denkende Menschen im Allgemeinen, mit Sicherheit ein Gewinn für jeden, der sich für einen wissenschaftlich denkenden und arbeitenden Menschen hält und in meinen Augen eine Pflichtlektüre für angehende Wissenschaftler. Alle Aussagen sind gründlich belegt: Literaturliste und Quellenangaben umfassen zusammen vierzig Seiten....
 
Aus meiner Sicht befreit Sheldrake die Wissenschaft aus dem Tresor und macht sie der gesamten Menschheit zugänglich. Wissenschaftlichkeit zeigt sich für ihn nicht in der verwendeten Sprache und den zugrundegelegten Annahmen, sondern im freien Denken, in der freien Fragestellung und im Dialog. Seine Idee, dass „normale“ Menschen entscheiden sollten, wofür ein Teil der Forschungsgelder verwandt werden, gefällt mir ausnehmend gut!
 

Samstag, 23. April 2016

Neutrale Beckenposition

Lange haben wir (befreundete Human- und Pferdephysios und -osteos und ich) in der Literatur und im wirklichen Leben nach der neutralen Beckenposition des Pferdes gesucht.

Hier ist sie nun: Bei perfekter Rumpfstabilität, gepaart mit maximaler Streckung von Hüft-, Knie- und Sprunggelenk und wilder Entschlossenheit, zeigt sich ein fließender, harmonischer Übergang zwischen Lendenwirbelsäule und Becken.

Dazu erkennt man die optimale Kontrolle der zügig und kraftvoll bewegten Körpermasse durch die weit ausgreifenden Vorderbeine, die es durchaus mit der vereinten Schubkraft der Hinterbeine aufnehmen können.


Des weiteren sorgt die gut trainierte myofasziale Verbindung zwischen Brust- und Schambein  gemeinsam mit den ausgeprägten Rumpfhebern dafür, dass aus dem Versuch keine Bauchlandung wird.  :D

Foto: (c) Maren Diehl, Rubrik: Humor

Dienstag, 19. April 2016

Jenseits der Biomechanik - Biotensegrity

So, da ist es!

Zu bestellen bei Spiritbooks, der Link sollte direkt auf die richtige Seite führen. Mit Bestellungen direkt beim Verlag unterstützt man Verlag und Autoren, anstatt Amazon immer größer werden zu lassen.
Wenn man ganz schnell mal eben ein Buch haben möchte, ist der innere Schweinehund natürlich mächtig, das kenne ich selbst zu gut.

Ich wünsche euch allen ganz viel Freude am Buch und bin sehr gespannt auf eure Rezensionen und Kommentare. Wer seine Rezension nicht selbst irgendwo einstellen möchte, kann sie mir gerne schicken, ich veröffentliche sie dann hier im Blog.



Mittwoch, 13. April 2016

Gelungenes Faszientraining

 
 
 
Die Fantasy-Pirouetten-Show könnte man auch als Ergebnis gelungenen Faszientrainings betrachten.

Spiralige Bewegungen, federnd, multidirektional und voller Lebensfreude.

Und natürlich ein wenig Angeberei.

Nicht für Anfänger geeignet, da die Kraftkoordination dem Körper einiges abverlangt.



Die Einschätzung einer Fachkraft, dieses Pferd werde nie von der Vorhand kommen, ist hiermit wiederlegt. *lach* Allerdings bevorzuge ich derzeit noch etwas ruhigere Bewegungen, solange ich oben drauf sitze.

Alle Bilder und Videos (c) Maren Diehl

Nach der Arbeit

Ein irgendwie nicht wirklich erschöpftes Pferd nach der Arbeit.
 


Montag, 11. April 2016

Muss man?

In den letzten Wochen werde ich immer wieder gefragt, ob man denn "Die Pferde sind nicht das Problem" gelesen haben muss, um das neue Buch "Jenseits der Biomechanik - Biotensegrity" zu verstehen. Eine gute Frage!

Mit etwas Mut zur Lücke muss man sicher nicht. Andererseits steht in dem zweiten Buch anderes als im ersten. Man schreibt ja kein Buch, um den Inhalt seines Vorgängers zu wiederholen. Die Hauptthemen von "Jenseits der Biomechanik" sind auch ohne Vorwissen aus "Die Pferde sind nicht das Problem" in sich schlüssig. Aber beide Bücher zusammen sind doch deutlich vollständiger. Und sie passen prima nebeneinander ins Bücherregal, weil sie das gleiche Format haben.

Man kann und darf - und ich freue mich, wenn SeminarteilnehmerInnen auch das erste Buch gelesen haben, weil dann alles viel einfacher ist. Für alle Beteiligten.

Mittwoch, 6. April 2016

Denkfehler behoben


Das Pferd darf jetzt richtig arbeiten. Und zur Belohnung noch ein bißchen mehr arbeiten. Zickt nicht mehr beim Putzen. Bleibt relativ entspannt beim Gurten. Findet sich gut. Ist im Ganzen sehr zufrieden und freut sich, wenn ich komme.
Foto (c) Maren Diehl