Donnerstag, 15. Dezember 2016

Neue Homepage

www.Die-Pferde-sind-nicht-das-Problem.de

In dieser Woche ist meine neue Homepage online gegangen. Nach und nach werde ich alle wesentlichen Inhalte, vor allem die Seminare und die Terminplanung, auf die neue Seite umziehen.
Der Blog selbst bleibt bestehen und wird von der neuen Seite aus verlinkt.
Meine alte Domain, Maren-Diehl.de ist vom alten Provider gelöscht worden, als ich den Umzug beantragt habe. Voraussichtlich werde ich sie jedoch reaktivieren können.


Ich wünsche euch allen eine schöne Adventszeit!

Montag, 12. Dezember 2016

Seminare 2017

So langsam füllt sich der Terminkalender für das nächste Jahr, und die ersten zwei Seminare sind bereits ausgebucht. Heute ist ein weiteres Seminar am Chiemsee dazugekommen, Infos dazu finden sich auf der Termine-Seite.

Freitag, 9. Dezember 2016

Manche Sachen kann man x-mal erklären...

... schriftlich sogar. Direkt im Buch. In den entsprechenden Kapiteln:
Es ist kein medizinisches Fachbuch.
Es ist kein medizinisches Fachbuch.
Es ist kein medizinisches Fachbuch.
Und dann schaut man ins Ranking bei Amazon und findet sich auf Platz 6 in der Rubrik Tiermedizin:

Amazon Bestseller-Rang: Nr. 34.034 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher) 
Nr.6  in Bücher > Fachbücher > Medizin > Weitere Fachgebiete > Tiermedizin 
Nr.106 in Bücher > Naturwissenschaften & Technik > Medizin > Tiermedizin

Die große Frage lautet: Ist das jetzt gut oder schlecht? Wobei ich ehrlich sagen muss: Es freut mich. Denn so war es gedacht - als Anstoß zum weiter Forschen für ReiterInnen, TiermedizinerInnen, TherapeutInnen, AusbilderInnen und und und. "Jenseit der Biomechanik - Biotensegrity" sollte vor allem neugierig machen. Das scheint gelungen zu sein.

Ich wünsche allen LeserInnen viel Freude mit dem Buch!


Eine Stunde später geht noch was:



Sonntag, 27. November 2016

Adventskalender - zweite Runde

 

An der zweiten Runde nehmen alle teil, die bislang den ersten Post geteilt haben und die, die ihn (oder diesen hier) bis nächsten Samstag noch teilen. Allerdings gibt es technische Voraussetzungen, um in den Verlosungstopf zu kommen:

Ich erkenne nur, dass geteilt wurde (und wer geteilt hat), wenn das auf Facebook und öffentlich geschieht. Wer also einen Post teilt, sollte das vom FB-Originalpost aus tun! Ansonsten habe ich die Gewinne um zwei weitere Modelle pro Verlosung ergänzt, damit sich noch mehr Begeisterte daran erfreuen können.

Ich wünsche euch allen einen schönen 1.Advent,
Maren


Adventskalender

Advent, Advent...
... die erste Verlosungsrunde ist abgeschlossen.

Die Gewinnerinnen sind:

 Buch + Modell: Kerstin Rottmüller
Modell: Michaela Schönlein, Claudi Pflüger


Alle Anderen haben noch drei weitere Chancen. Allerdings werden mir nur die auf FB öffentlich geteilten Posts und die von FB-Freunden angezeigt. Wer nun nicht öffentlich geteilt hat, ist vielleicht nicht in der Verlosung drin. Das ist mir dadurch aufgefallen, dass 60 geteilte Posts in der Staistik sind, aber (abzüglich der doppelten) nur 38 Teiler namentlich aufgeführt sind.


Ich wünsche euch einen schönen Adventssonntag - und sobald ich die Postadressen per PN erhalten habe, schicke ich die Gewinne auf den Weg.

Donnerstag, 24. November 2016

Seminar "Biotensegrity - Biomechanik aus der Sicht des Pferdes"


Am 25.-26. Februar 2017 findet in 23617 Krumbeck auf dem Krumbecker Hof das erste Seminar des Jahres 2017 statt. Je nach Anzahl der TeilnehmerInnen steht uns entweder das Reiterstübchen oder die historische Kulturscheune für diese Veranstaltung zur Verfügung.




Dieses Wochenendseminar ist das Basisseminar für alle Pferdemenschen und beginnt mit einer umfassenden Einführung in „Tensegrity“ als Konstruktions- und Funktionsweise. Modelle vermitteln fühlbar den Unterschied zwischen „Hebeldenken“ und „Raumdenken“ - und genau darauf kommt es an. Biotensegrity ist dann die Übertragung der tensegralen Konzepte auf lebende Körper, in diesem Fall auf Mensch und Pferd. Faszienstrukturen und Knochen werden zu den Zug- und Druckelementen tensegraler Strukturen, und aus dieser Blickrichtung heraus geht es weiter mit Faszienfunktion und Biomechanik.


Der Faszienkörper als Bewegungs(wahrnehmungs)organ ist deutlich mehr als ein Haufen Bänder, Sehnen und Bindegewebe und wird – ebenso wie die Biomechanik aus der Sicht des Pferdes - ausführlich und für alle verständlich vorgestellt und erläutert. Mit vielen Übungen werden die tensegralen Konzepte spürbar gemacht, um ein ganzheitliches Gefühl für „Biotensegrity“ zu entwickeln. Diese Gefühl bildet die Basis für jegliche weitere Arbeit und wird später unabhängig vom theoretischen Wissen - es ist alles wesentlich weniger kompliziert, als es sich liest.

Die Pferde der Veranstalterinnen geben im Laufe des Seminars immer wieder die Möglichkeit, das Gelernte „wiederzufinden“ und Sehen zu üben, und vor allem am zweiten Tag gibt es genügend Raum für individuelle Fragen zur Theorie und den jeweiligen Umsetzungsmöglichkeiten.

25.-26. Februar 2017, Krumbecker Hof 8,  23617 Krumbeck. Teilnahme (ohne Pferd) 230€ plus 25€ KaffeeKeksAnlagenpauschale vor Ort. Hunde bitte möglichst daheim lassen. Anmeldungen per Email an Marendiehl(at)aol.com.

Mittwoch, 16. November 2016

Adventskalender

Ok, ich mach´s! In diesem Jahr gibt es eine adventskalenderartige Verlosung an jedem Adventssonntag.
Es gibt jeweils ein Tensegrity-Modell und ein Buch "Jenseits der Biomechanik - Biotensegrity" zu gewinnen.
Was ihr dafür tun müsst? Diesen Post auf Facebook teilen. Und vielleicht einen Kommentar schreiben, warum ihr unbedingt so ein Modell braucht! :D


Sonntag, 9. Oktober 2016

Testlauf Gebrauchshaltung

Heute war der erste Testlauf für das Konzept "Entwicklung einer Gebrauchshaltung" beim Seminar in Pfaffenrot. Die Überprüfung des Gebrauchswertes der Idee, Parameter zu definieren, an denen sich die Veränderungen beim Pferd im Laufe der Zeit ablesen und interpretieren lassen.

Vielen Dank an meine Seminarteilnehmerinnen, die sich mit unerwarteter Begeisterung auf dieses Thema gestürzt und viele interessante und zielführende Fragen gestellt haben. Desgleichen Dank an die Pferde, die meinen Ideen Leben verliehen.

Vor allem Dank an Rocco, der so schön demonstriert hat, was geschieht, wenn die Vohand ihren Job macht, während die Hinterhand in alten Mustern hängt, indem er ganz gelassen viele Meter einfach "zurückgerollt" ist.

Dieses Seminarthema wird auf jeden Fall in 2017 auf dem Menüplan stehen!



Montag, 22. August 2016

Gebrauchshaltung


Ein ungeliebter Begriff. Weil er mit Gebrauchen im negativen Sinne gleichgesetzt wird. Wenn man aber einfach davon ausgeht, dass das Pferd so alle seine Glieder sinnvoll und koordiniert gebrauchen kann, bekommt das Wort einen anderen Sinn.


Wenn die Vorderbeine sagen, es wird gestanden, wird gestanden. Aktives Stehen über viel Boden.
(Kappzaum/Trense)





Samstag, 20. August 2016

Terminplanung 2017



Ab sofort vergebe ich Termine für 2017. Die laufende Seminarsaison ist zwar noch nicht zuende, aber da bereits nachgefragt wird und der neue Terminplaner gestern in der Post war, kann es nun losgehen.

Wer ein Seminar ausrichten möchte, kann sich gerne per E-mail (marendiehl(at)aol.com) oder über Facebook per PN bei mir melden und die jeweiligen Konditionen erfragen. Eine Übersicht über die Seminarthemen findet ihr hier.

Die regionalen Preisunterschiede sind auf meine Fahrtkosten und den Zeitaufwand zurückzuführen.

Mittwoch, 29. Juni 2016

Hankenbeugung

Hankenbeugung geht. Die Machbarkeit ist bewiesen und im Bilde festgehalten.
Zwischen den beiden Bildern liegen ein Galoppsprung und ein hinter uns lautstark Gänse von seinem frisch abgezogenen Kies scheuchender Pflasterleger. :D
 
 
 



Dienstag, 21. Juni 2016

Cutting-Dressage?

Wenn wir die Grundausbildung überleben, können wir es bestimmt zu etwas bringen. Die genaue Disziplin müssen wir noch erfinden.
 
Die drei Fotos sind vermutlich auf den Versuch zurückzuführen, das Publikum zu unterhalten und entstammen einem Bewegungsablauf.
 
Vielleicht stammen die weißen Teile von einem Lipizzaner und nur die schwarzen vom Trakehner? Und es gab vor seiner Zeugung bereits weitere Weideunfälle in der Ahnenreihe?   *lach*















 (c) Maren Diehl

Montag, 20. Juni 2016

Gute Vorsätze....

....was das regelmäßige Schreiben betrifft, habe ich wohl. Aber der Schwerpunkt meiner Tätigkeit liegt gerade eher in der Praxis. Und beim Lesen.
 
Habe den Baucher (Cadmos-Verlag, 13. Auflage, die letzte von Baucher selbst redigierte und ergänzte Fassung) gründlich gelesen und kann mich jetzt beherzt jeder Diskussion stellen. Sehr berührt haben mich die Textpassagen, in denen er schreibt, was er fühlt und wovon er träumt. Und dass er im Alter am liebsten einfach auf Trense geritten ist.  ;)  Dass seine Techniken unter weniger begnadeten Reitern häufig "verheerende Auswirkungen" zeigten, wie der Herausgeber im Vorwort beschreibt, hat sich bis heute nicht geändert. Das könnte daran liegen, dass er nur Techniken beschreibt, aber kaum Sitzgefühl. "Hand ohne Schenkel" und "Schenkel ohne Hand" bedeuten nun mal nicht "Hand ohne Sitz" und "Schenkel ohne Sitz"....
 
Und dann habe ich noch Egon von Neindorf und Udo Bürgers "Vollendete Reitkunst" angefangen, wobei ich besonders darauf achte, wie sie beschreiben, was sie fühlen - und nicht, was sie tun. Bei der vollendeten Reitkunst finde ich die zahllosen FN-Fotos der neusten Auflage extrem störend, weshalb ich mich lieber in die alte Ausgabe aus dem Antiquariat vertiefe und aus der neuen nur die Anmerkungen von Michael Putz lese. Die Bilder im Neindorf-Buch hingegen empfinde ich größtenteils als authentisch. Das, was gut und richtig ist, ist in der Pferdeausbildung ganz lange unspektakulär!
 
Effekt mag Udo Bürger. Wenn ich beim Reiten versuche, das was geschieht und seine Texte in Übereinstimmung zu bringen, findet der Schecke das TOLL.

Das obere Bild ist eher ein reelles Bild, während bei dem unteren ein mir nicht näher bekanntes Monster von hinten nachgeholfen hat. Immerhin geht der Dampf inzwischen meistens nach vorne und nicht kreuz und quer. Und Monster hin oder her: Die Fußung bleibt immer klar!



Donnerstag, 2. Juni 2016

Wieder Billigdrucke bei Amazon

Auch von "Jenseits der Biomechanik - Biotensegrity" vertreibt Amazon wieder schwarz-weiße Billigdrucke aus UK. Wer ein solches bekommen hat, bitte mit geharnischter Beschwerde zurückschicken. Wenn möglich, vorher fotografieren und Foto und Rechnungskopie mir zukommen lassen.

Das Original hat insgesamt 25 Farbseiten. Besser beim Verlag oder im Buchhandel bestellen!

Dienstag, 24. Mai 2016

Diskussionsgrundlage Biotensegrity

Einer der Gründe, warum ich das Buch "Jenseits der Biomechanik" geschrieben habe ist, dass es sich in meinen Augen um ein absolut faszinierendes Thema handelt. Da ich mich mit den Auswirkungen menschlicher Vorstellungen von "richtiger" Bewegung auf Pferde schon seit Jahren beschäftige, gibt ein solcher neuer Ansatz einen gewaltigen Motivationsschub, weiter am Thema zu bleiben.

Leider gab es in meinem Umfeld zu wenige Menschen, die sich ebenfalls bereits mit diesem Thema befasst hatten, und die vorhandene Literatur war zum größten Teil nur in englischer Sprache erschienen. Also habe ich mich dran begeben das, was mich aktuell begeistert und weiterbringt, in einem Buch zusammenzustellen. Arbeitstitel:

Die Pferde sind nicht das Problem II - Immernoch keine Reitlehre

Alles in der Hoffnung, andere Pferdemenschen anzustecken mit meiner Begeisterung und dadurch auch Gesprächspartner zu finden, die sich ebenfalls fragen, was das denn nun alles bedeutet - für unsere Vorstellung von Bewegung und von Interaktion, für Behandlung und Reha, für das Lebensgefühl. Es war einfach zuviel Stoff, um ihn in ein paar Blogposts unterzubringen.
 
Der Faszienkörper als Organ, das Gehirn und die Gesellschaft funktionieren alle nach dem Prinzip der Selbstorganisation durch Problemlösung. Stephen Levin, Graham Scarr  und Gerald Hüther haben mich mit ihren Erkenntnissen wochenlang auf Trab gehalten und mit mir auch die armen Menschen, die meine Faszination und die wild sprudelnde Quelle meiner neuen Erkenntnisse ertragen mussten.

(Aus dem Arbeitstitel entstand  dann "Jenseits der Biomechanik", weil das Buch doch recht speziell geworden ist.)
 
Recht weit oben auf meiner Liste der zu erledigenden Dinge steht eine neue Homepage. Und wenn ich die Technik in den Griff bekomme, entsteht in diesem Zusammenhang vielleicht sogar ein Forum. Ein Raum, in dem neue Ideen und Schlussfolgerungen, Trainingsergebnisse und Probleme entspannt und konstruktiv ausgetauscht werden können.

Bis dahin freue ich mich über Fragen zum Buch, zu Biotensegrity und vor allem über Berichte über das, was geschieht, wenn man sich mit diesen Themen befasst. Nicht nur als Kommentar zu diesem Post, sondern gerne auch per Mail.

Sonntag, 22. Mai 2016

Faszienkörper

Für alle, die mein erstes Buch nicht gelesen und sich auch noch nicht mit "FaszienFitness" von Robert Schleip befasst haben hier die Kurzdefinition:
 
Das gesamte Fasziengewebe des Körpers ist als Bewegungsorgan zu sehen. Das ist die ganz kurze Zusammenfassung der Faszienforschung der letzten Jahre, siehe auch Robert Schleip / Fascia Research Institute in Ulm. Soviel für die, denen mehr Text viel zu anstrengend ist und die auch nicht mehr wissen wollen, als sie ohnehin schon wissen.
 
Es ist faszinierend, wie in Foren seitenlang gehetzt und verrissen wird, ohne dass auch nur eine/r der Kommentatoren eines der diskutierten Bücher gelesen hat. Genaugennommen wird sich darüber echauffiert, dass sich jemand erdreistet über Dinge zu schreiben, von denen man selbst noch nie gehört hat. Ist ja auch frech. Also lieber gleich abbügeln, bevor das Gehirn am Ende aus seinem Energiesparmodus geschubst wird. :D  Auch über diesen Trick des menschlichen Gehirns, durch Ignoranz Energie zu sparen, findet sich in "Jenseits der Biomechanik" viel Interessantes. Gefunden beim Gehirnforscher Gerald Hüther.
 
Wenn ich Begriffe nicht kenne, mache ich mich erstmal schlau, überlege, was das neue Wissen für mich bedeutet und wo der Unterschied und die Gemeinsamkeiten zum Bekannten liegen. Dann überlege ich mir, was das alles bedeutet. Und dann kann ich mit anderen darüber diskutieren. Oder vielleicht, wenn ich mich eingehend genug damit befasst habe, auch ein Buch darüber schreiben, das anderen viel Recherchearbeit erspart.
 
Letzteres habe ich getan, um dieses Wissen in die Welt zu bringen. Für die, die danach suchen. Die, die es nicht wissen wollen, dürfen mich einfach ignorieren. Hassen ist unnötig. Danke.

 

Mittwoch, 18. Mai 2016

Fremdreiterprüfung bestanden

Im Rahmen des Reitkurses hat der Scheckenheld nun nach einem Jahr gemeinsamer Arbeit seine Fremdreiterprüfung abgelegt. Sieht richtig gut aus! Benimm und Arbeitsmoral sind weitgehend verinnerlicht. Meistens.

 
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Montag, 16. Mai 2016

Reitkurs in der Südpfalz

Foto: (c) Maren Diehl
 
Das Pferd, das den Sprung nicht anzieht: Im Alter von acht Jahren aus dem Sport ausgeschieden und vor ziemlich genau einem Jahr an die heutige Besitzerin verkauft. Dieser Sprung war der Abschluss des Pfingstkurses. Die Reiterin (12 Jahre jung) ist eine meiner langjährigen Schülerinnen und hat bereits ihre allerersten Stunden bei mir gehabt. Die Freude am Springen haben die beiden sich gemeinsam erarbeitet.
 
 

Freitag, 6. Mai 2016

Seminar bei Berlin:

Tragkraftentwicklung im Raum der Möglichkeiten

Die optimale Form des Pferdes ergibt sich aus der optimalen Erfüllung seiner Aufgabe als Reitpferd im Rahmen seiner physischen und psychischen Möglichkeiten.

Diese Form muss also etwas absolut Individuelles sein - und ein Ergebnis der individuellen Problemlösung des Pferdes. Unsere Aufgabe ist es, dem Pferd behilflich zu sein, die Losgelassenheit, Balance, Geschicklichkeit und Kraft zu entwickeln, die es ihm ermöglichen, uns durch die Aufgaben des Lebens zu tragen.

Um unsere Aufgabe zu erfüllen, brauchen wir zum einen Zeit und zum anderen eine möglichst genaue Vorstellung davon, wie ein Pferd biomechanisch und psychisch funktioniert. Desgleichen benötigen wir Zeit, um ein angemessenes Körpergefühl und motorische Kontrolle zu entwickeln, damit wir unserem perfekten Pferd gerecht werden.
 
In diesem Seminar werden die Grundlagen für die Arbeit im „Raum der Möglichkeiten“ (der Arbeit an der Kappzaumlonge in Anlehnung, aber ohne Formvorgabe) vermittelt. Faszienfunktion, Biotensegrity als „neue Biomechanik“ und Tragkraftentwicklung aus der Sicht des Pferdes gehören zu den Themen des Seminars und die anwesenden Pferde erwecken  die Theorie zum Leben.
 
28.05.-29.05.2016  Birkenhof Teltow, Zehnrutenweg 55a, 14513 Teltow, 250€, vor Ort Anlagennutzung und KaffeeKeksPauschale. Anmeldung: marendiehl(at)aol.com
 
Foto: Rita Kachmarjova, Fotolia

Mittwoch, 4. Mai 2016

Pferdegeflüster

Dank an Kerstin für das schöne Foto! Es ist nicht so einfach, zu übersetzen was das Pferd sagt. Was es möchte, ist vielleicht nicht das, was es braucht und was es braucht ist nicht immer machbar.

 
Aber ein wesentlicher Punkt kam für mich ganz klar heraus: Das Pferd möchte im Moment wahrgenommen werden, so, wie es sich gerade zeigt. Nicht als Krankenakte, als Symptomsammlung oder Krisengebiet. Über die gesundheitlichen Probleme muss man sich natürlich Gedanken machen, aber bitte nicht bei der Arbeit mit dem Pferd. Hier darf man zwar die Grenzen des Empfehlenswerten im Hinterkopf behalten, um gegebenenfalls eine ungünstige Versuchsreihe des Pferdes abzubrechen. Aber das Pferd möchte nicht als Patient gesehen werden, sondern als ein Lebewesen, das sich durch seine Bewegung ausdrückt und als Energie im Prozess seinen Weg sucht.
 
Das ist nicht immer einfach. Aushaltende Hilfengebung bedeutet in diesem Fall, dass man das Geschehen aushalten muss, damit Veränderung möglich wird. Pferde arbeiten Stress und Traumata durch Bewegung ab. Wenn sie wissen, dass sie das dürfen, agieren sie auch nicht mehr explosiv. Sie haben dann ein zuverlässiges Ventil gefunden. Diese Übung ist für uns Menschen sehr schwer, weil der Film im Kopf noch schneller läuft als das Pferd. Wir müssen einen neuen Film gestalten, in dem das körperliche Ausagieren zwar mit Kraft, aber nicht mit hektischem Gerenne verbunden ist.  ;)
 
Sehr schön fand ich, dass mehrere Seminarteilnehmerinnen die Idee von der Eigenverantwortung des Pferdes faszinierend und erleichternd fanden. Ich hoffe auf Berichte!
 
Foto (c) Kerstin Jaud

Dienstag, 26. April 2016

Buchempfehlung: Der Wissenschaftswahn, Rupert Sheldrake

Rupert Sheldrake – Der Wissenschaftswahn – Warum der Materialismus ausgedient hat

Ein geniales Buch! Ein Buch, in dem Rupert Sheldrake sehr präzise beschreibt, wie wenig wissenschaftlich in den Naturwissenschaften geforscht und vor allem bewertet wird und wie stark das moderne wissenschaftliche Arbeiten von Dogmen und Tabus begrenzt wird.
 
Ich habe das Leben eines Wissenschaftlers geführt und bin ein entschiedener Verfechter des wissenschaftlichen Ansatzes. Es verstärkt sich bei mir jedoch die Überzeugung, dass die Naturwissenschaften einiges an Spannkraft, Vitalität und Neugier eingebüßt haben. Ihrer Kreativität stehen dogmatisches und ideologisches Denken, ängstlicher Konformismus und institutionelle Schwerfälligkeit im Wege.“
 
Erhellend für mich war, dass auch die Naturwissenschaften auf der Basis von Annahmen forschen, nachdem ich mich gerade erst mit den zugrundeliegenden Annahmen verschiedener Reitlehren befasst habe. Und es befreit, wenn man weiß, dass man die Macht hat, sich für andere Prämissen zu entscheiden und auch Paradigmen in Frage stellen kann und muss.
 
Ganz neue Horizonte öffnen sich, wenn eine fraglos akzeptierte Annahme nicht mehr als selbstverständliche Wahrheit genommen, sondern zum Ansatz eines forschenden Fragens gemacht wird.“
 
Ja, ja, ja! Sehr überzeugend ist Sheldrakes Arbeit, weil er selbst ein Leben lang Wissenschaftler war und nicht einfach von außen etwas bewertet, was er nie erlebt hat. Seine Art, zu hinterfragen und dabei Zusammenhänge und Widersprüche aufzuzeigen, ist erfrischend und belebend – und hat mein Inselwissen in Sachen Quantenphysik, Vererbung, Geist und Gehirn, Bewusstsein, Naturgesetze, Geschichte der Naturwissenschaften, mechanistische Medizin und Objektivität stark erweitert.
 
Fast 450 Seiten gut zu lesende Fortbildung für denkende Menschen im Allgemeinen, mit Sicherheit ein Gewinn für jeden, der sich für einen wissenschaftlich denkenden und arbeitenden Menschen hält und in meinen Augen eine Pflichtlektüre für angehende Wissenschaftler. Alle Aussagen sind gründlich belegt: Literaturliste und Quellenangaben umfassen zusammen vierzig Seiten....
 
Aus meiner Sicht befreit Sheldrake die Wissenschaft aus dem Tresor und macht sie der gesamten Menschheit zugänglich. Wissenschaftlichkeit zeigt sich für ihn nicht in der verwendeten Sprache und den zugrundegelegten Annahmen, sondern im freien Denken, in der freien Fragestellung und im Dialog. Seine Idee, dass „normale“ Menschen entscheiden sollten, wofür ein Teil der Forschungsgelder verwandt werden, gefällt mir ausnehmend gut!
 

Samstag, 23. April 2016

Neutrale Beckenposition

Lange haben wir (befreundete Human- und Pferdephysios und -osteos und ich) in der Literatur und im wirklichen Leben nach der neutralen Beckenposition des Pferdes gesucht.

Hier ist sie nun: Bei perfekter Rumpfstabilität, gepaart mit maximaler Streckung von Hüft-, Knie- und Sprunggelenk und wilder Entschlossenheit, zeigt sich ein fließender, harmonischer Übergang zwischen Lendenwirbelsäule und Becken.

Dazu erkennt man die optimale Kontrolle der zügig und kraftvoll bewegten Körpermasse durch die weit ausgreifenden Vorderbeine, die es durchaus mit der vereinten Schubkraft der Hinterbeine aufnehmen können.


Des weiteren sorgt die gut trainierte myofasziale Verbindung zwischen Brust- und Schambein  gemeinsam mit den ausgeprägten Rumpfhebern dafür, dass aus dem Versuch keine Bauchlandung wird.  :D

Foto: (c) Maren Diehl, Rubrik: Humor

Dienstag, 19. April 2016

Jenseits der Biomechanik - Biotensegrity

So, da ist es!

Zu bestellen bei Spiritbooks, der Link sollte direkt auf die richtige Seite führen. Mit Bestellungen direkt beim Verlag unterstützt man Verlag und Autoren, anstatt Amazon immer größer werden zu lassen.
Wenn man ganz schnell mal eben ein Buch haben möchte, ist der innere Schweinehund natürlich mächtig, das kenne ich selbst zu gut.

Ich wünsche euch allen ganz viel Freude am Buch und bin sehr gespannt auf eure Rezensionen und Kommentare. Wer seine Rezension nicht selbst irgendwo einstellen möchte, kann sie mir gerne schicken, ich veröffentliche sie dann hier im Blog.



Mittwoch, 13. April 2016

Gelungenes Faszientraining

 
 
 
Die Fantasy-Pirouetten-Show könnte man auch als Ergebnis gelungenen Faszientrainings betrachten.

Spiralige Bewegungen, federnd, multidirektional und voller Lebensfreude.

Und natürlich ein wenig Angeberei.

Nicht für Anfänger geeignet, da die Kraftkoordination dem Körper einiges abverlangt.



Die Einschätzung einer Fachkraft, dieses Pferd werde nie von der Vorhand kommen, ist hiermit wiederlegt. *lach* Allerdings bevorzuge ich derzeit noch etwas ruhigere Bewegungen, solange ich oben drauf sitze.

Alle Bilder und Videos (c) Maren Diehl

Nach der Arbeit

Ein irgendwie nicht wirklich erschöpftes Pferd nach der Arbeit.
 


Montag, 11. April 2016

Muss man?

In den letzten Wochen werde ich immer wieder gefragt, ob man denn "Die Pferde sind nicht das Problem" gelesen haben muss, um das neue Buch "Jenseits der Biomechanik - Biotensegrity" zu verstehen. Eine gute Frage!

Mit etwas Mut zur Lücke muss man sicher nicht. Andererseits steht in dem zweiten Buch anderes als im ersten. Man schreibt ja kein Buch, um den Inhalt seines Vorgängers zu wiederholen. Die Hauptthemen von "Jenseits der Biomechanik" sind auch ohne Vorwissen aus "Die Pferde sind nicht das Problem" in sich schlüssig. Aber beide Bücher zusammen sind doch deutlich vollständiger. Und sie passen prima nebeneinander ins Bücherregal, weil sie das gleiche Format haben.

Man kann und darf - und ich freue mich, wenn SeminarteilnehmerInnen auch das erste Buch gelesen haben, weil dann alles viel einfacher ist. Für alle Beteiligten.

Mittwoch, 6. April 2016

Denkfehler behoben


Das Pferd darf jetzt richtig arbeiten. Und zur Belohnung noch ein bißchen mehr arbeiten. Zickt nicht mehr beim Putzen. Bleibt relativ entspannt beim Gurten. Findet sich gut. Ist im Ganzen sehr zufrieden und freut sich, wenn ich komme.
Foto (c) Maren Diehl

Montag, 28. März 2016

Pferdegeschichten

Heidi Jenkel hat für mich die "Geschichten der Pferde", wie sie sie beim Seminar in Embsen empfunden hat, aufgeschrieben. Die Pferde hatten keine spezielle Aufgabe, außer sich an der Longe zurechtzufinden und mir zu zeigen, wo ihre Probleme sind - und den Teilnehmerinnen Gelegenheit zu geben, die Theorie im wirklichen Leben wiederzuerkennen. Die Tiefe von Heidis Wahrnehmung hat mich sehr berührt, und ich bin dankbar, ihren Text veröffentlichen zu dürfen (auch mit dem Einverständnis der Pferdebesitzerinnen).
 
"Ich war sehr davon beeindruckt, wie du mit den Pferden kommuniziert hast. Und was sie dir alles gezeigt haben. Viele Einzelheiten sind verloren gegangen, aber einiges ist hängengeblieben. Von dem geht für mich der stärkste Reiz aus. Als Beobachterin bin ich natürlich auch die Interpretin, die ihre Version bietet... Bewegung in Sprache umsetzt, Pferdeleben und -ausdruck in das eigene menschliche Verständnis transportiert.
 
Der große Fuchs Feragamo
 
Sein Auftreten war so großartig, so aufgerichtet, so kraftvoll. Er kennt sich aus, er will seinen Job wohl machen, er gilt hier was (das war nicht immer so). Er behält den Hof im Blick, obwohl er den Menschen folgt. Die sind für sein Wohl nicht unwichtig.
 
Irgendwann war ich nur noch von den Bewegungsabläufen seiner Hinterfüße völlig ergriffen. Jeder Tritt eine dermaßene Kraft, dass er jedesmal abspringen könnte, nur mal eben so, meterhoch. Jedesmal ein so-als-ob, und dann wieder einfangen, weil es jetzt nicht gebraucht wird, das ergibt ein ganz eigenes Gangbild, im Trab am deutlichsten. So etwas wie gebremstes Fliegen. Meine Fantasie ist einmal mit mir durchgegangen und ich habe mir in Zeitlupe diesen kraftvollen Absprung der Hinterfüße vorgestellt und konnte den Schub und Schwung und Sprung spüren, das hatte was Euphorisches, Kraft- und Freudvolles. Genauso clever diese kurze Bremsung des Trittes, weil ja jetzt Trab verlangt ist, er ist ja gehorsam, sieht wohl auch ein, dass Springen nicht alles ist. Und er hat darin eine Harmonie für sich gefunden und doch - manchmal ist es mühsam und in meiner Vorstellung tut es irgendwo im Rücken weh, das auf Dauer zu halten, Menschen damit durch enge Kurven zu tragen usw.
 
Er wirkte so froh über diese Möglichkeit sich zeigen zu dürfen und es so gut machen zu können. Für ihn hoffe ich, dass er eine Möglichkeit findet im Trab zu relaxen und dass er genug fliegen darf, ohne harte Landungen (bei der Masse).
 
Mein Kleiner (Eigenname)

Der smarte kleine Ponywallach, der mit Laufen, oder soll man es wetzen nennen, alles erledigt. Mit dem Kopf ganz offensichtlich irgendwo in den Wolken und die Beine machen lassen, irgendwie. So lange du dabei ungefähr im Kreis bleibst, ist bald Feierabend... es war herrlich anzusehen, wie er nach und nach zu sich kam, wie lange das dauerte und dass er es dann doch interessant fand, eine Verbindung zum Menschen zu halten.
 
Was sagt das über seinen Alltag, eine Geschichte des sich-aus-der-Verbindung-ziehens. Gesehen zu werden war für ihn ein zweifelhaftes Vergnügen, aber machbar, ist aber auch nicht sein Alltag. Ihn zu überzeugen, dass er ernsthaft verbunden mit einem Menschen Bewegung erarbeiten kann, scheint eine super Aufgabe, er hätte nichts dagegen... glaubt es aber erst, wenn er es sieht.


Shila
 
Shila geht zuversichtlich in die Longe, Zuversicht ist für sie noch keine Selbstverständlichkeit. Sie macht sich an die Arbeit... etwas hakt ganz klar, etwas ist nicht in Ordnung. Sie ist super aufmerksam und hat eine große Frage. So offen und so beherzt, tapferes Mädchen. Voller Skepsis und doch, vielleicht kann es gehen...
 
Das Thema scheint Schmerz und Angst und Angst vor dem Schmerz in allen Schattierungen zu sein. Sorge macht scheu, Abwehren oder Folgen, Schmerz oder geht es? War der Schmerz da, wird er kommen? Druck macht Angst, manche menschliche Stimmungen auch.
 
Sie war so dankbar für die ruhige Sachlichkeit an der Longe und hat von allen am meisten ausprobiert.
 
(Sie hat auch am zweiten Tag morgens in aller Frühe nochmal gezeigt, was sie alles verstanden hat und ist auch weiterhin gut dabei. Sie hat gelernt, dass Menschen viel verständiger sind, als sie gedacht hatte.)
 
Nadjea

Diese Widerspenstigkeiten, dieses Benehmen und dann diese Ruckfüße. Das arme Tier. Ein Leben, das total aus den Fugen geraten ist. Vermutlich nachdem sie nicht mehr funktionierte. Und Menschen, die mit ihren hilflosen Aktionen nichts für sie bewirken können. Tierärzte, Reiter, Mädchen.
 
Worauf sich die Zusammenarbeit zwischen Mensch und Tier aufbaut, die Verbindung, ist für ihr Leben so verstörend uneinschätzbar geworden, die Stimmung um sie herum nicht lesbar, für sie eher diffus feindlich.
 
Sie reagiert mal so, mal so, wann hat es für sie zuletzt einen Sinn ergeben, sich auf eine bestimmte Art und Weise gut zu verhalten? Ihre Beine machen auch sinnlose Bewegungen, die sich ihrer Kontrolle entziehen, oft, zu oft.
 
Eine traurige Geschichte, die noch nicht gewendet werden konnte. (Ein Pferd mit Hahnentritt, das zur Probe am Hof war, jedoch aufgrund der sehr komplexen Problematik zurückgegeben wurde.)
 
Ich weiß noch, dass viel mehr Pferde am Start waren, aber ob die Zeit oder mangelnde Kapazitäten diese Eindrücke gelöscht haben mögen, verloren ist verloren.
 
Was bleibt, ist die Erkenntnis, dass sich nur zeigen kann, wer angeschaut wird, von jemandem, der sehen kann und will. Was mir bestätigt, dass die Frage wichtiger ist als die Antwort, weil sie unseren Blickwinkel bestimmt."

Heidi Jenkel
Fotos (c) Sabine Reifenrath
 
 

Sonntag, 27. März 2016

Rezension Nummer Zwei

Angefangen zu lesen ... und erst auf Seite 153* wieder aufgehört, um diese Zeilen zu schreiben.

Ein inhaltlich ganz herausragendes Buch für die Reiter- und Pferdewelt,

weil Maren Diehl ein neues Erklärungsmodell für bewegte (biologische) Körper einführt und den Leser auf diesem Weg mit den notwendigen Grundlagen vertraut macht: Man schaut mit der Autorin auf die Erkenntnisse der aktuellen Faszienforschung zu Pferden, folgt ihr über die Konsequenzen für unser anatomisches Verständnis zur „Bewegten Anatomie“ und landet schließlich mit ihr zusammen bei Biotensegrity. Sie begründet keine neue Reitweise, nein, sie setzt vorher an und liefert die theoretischen Grundlagen für ein neues Bewegungsverständnis von Pferd und Reiter: Ein Fundament, mit dem „gesunde Bewegung“ begründet und anhand dessen pathogene Bewegungsmuster dingfest gemacht werden können.

Faszinierend ist das Buch,

 weil die Autorin das übergeordnete System der Organisation von Faszien, Gehirn und Gesellschaft erkannt hat: das Prinzip der Selbstorganisation des Lebens. So, wie das neuronale Netzwerk Gehirn neue Verbindungen schafft, wo Probleme zu lösen sind, so zieht das Netzwerk Faszienkörper als intelligente biologische Struktur ebenso seine Fäden in Erkenntnis der eigenen Umwelt. Warum das wichtig ist? Weil es einen Unterschied macht ob ich mich auf ein totes oder ein lebendes Pferd setze. Nicht nur das Gehirn, der ganze Körper entwickelt sich in Abhängigkeit von seiner Nutzung bzw. seiner Kopplung an die Umwelt.

Potenzialerweiternd ist das Buch,

weil es den Leser aufruft, für sich und sein Pferd einen eigenen „Raum der Möglichkeiten“ zu schaffen: einen sicheren Raum für gemeinsames Wachstum und Entfaltung von Mensch und Pferd, der frei ist von Bewertung, Erfolgszwang und äußeren Vorgaben.
Und dies ist schließlich auch der Raum, wo zwei getrennte tensegrale Strukturen, der Reiter und das Pferd zu einer tensegralen Einheit finden.

Kurzweilig ist das Buch,

weil man häppchenweise tiefer in die Materie eindringt; kein Kapitel ist zu lang; und immer sagen einem schöne Bilder, wann das nächste Häppchen kommt.

Fazit: Inhaltlich herausragend, faszinierend, weil vom Pferd her gedacht wird und weil modernste Erkenntnisse der Wissenschaft von Biotensegrity, der Gehirnforschung und der Systemtheorie zur Basis reiterlicher Ausbildung werden.

Christof Rörig-Weisbrod, den 26.3.2016

Vorsitzender von Falada e.V. und Testleser. Musste das letzte Kapitel nicht lesen, weil er bereits an einem Seminar über Biotensegrity teilgenommen und dort Modelle in der Hand hatte.


Freitag, 25. März 2016

Denkfehler

„Der muss richtig arbeiten, damit er zufrieden ist.“
„Lass den mal richtig schwitzen.“
„Dann soll er halt mal arbeiten, bis er keine Lust mehr hat.“
„Wer Blödsinn macht, kann auch arbeiten.“

Alle diese Sätze sind bekannt und bei den meisten Menschen negativ besetzt. Meistens liegt in ihnen ein drohender Unterton. Der Begriff „Arbeit“ alleine steht für Zwang, Ausbeutung, Missbrauch. Das gleiche gilt für „Leistung“. Deshalb hört man in der Pferdeausbildung auf, wenn etwas gut war. Deshalb gibt es Reitweisen, in denen ein Pferd nicht schwitzen darf oder höchstens zwanzig Minuten einen Reiter tragen kann. Deshalb werden Pferde heutzutage eher „bespaßt“ als gearbeitet.

 
Ich habe etwas lernen dürfen. Von Effekt. Nach jeder Trainingspause (> als 24 Stunden) und manchmal auch einfach so provozierte dieses Pferd seit ein paar Wochen eine Auseinandersetzung, die dann meistens damit endete, dass ich ihn sich frei austoben ließ, bis er wieder einer vernünftigen Argumentation zugänglich war, weil ich keine Lust auf Streit und Kampf hatte. Mir gingen langsam die Ideen aus, wie man dieses Pferd so arbeiten könnte, dass es das selbst auch gut findet.

Jedenfalls stand fest: Nett kann ich wohl, bringt aber nix. Nicht bei Effekt. Der g´hert zum Bund!
 
Dann hatte ich ein langes Telefonat mit einem Pferdemenschen, eigentlich über Biotensegrity und einen Blogpost von mir. Was auch immer mein Gesprächspartner oder ich selbst (manchmal hilft es schon, wenn ich mir selbst mal zuhöre) gesagt haben mögen – vielleicht war es auch nur ein Anstoß für eine Änderung der Denkrichtung –, plötzlich war die Sache klar:

Wenn ich der Meinung war, dass etwas gut war, merkte Effekt nur, dass ich mit ihm zufrieden war, aber er konnte nicht in sich selbst spüren, dass er gut war, dass er etwas geleistet hatte. Also provozierte er physische Höchstleistungen, die ich von ihm, aus falsch verstandener Nettigkeit, nie verlangt hätte. Das, was ihn zufriedenstellte, fand ich wiederum blöd, weil ich ja im Einvernehmen arbeiten wollte.

Die Lösung ist so simpel, dass es fast schon lustig ist. Sie liegt in der Definition von Arbeit. Hätte ich drauf kommen können, darüber habe ich ja im neuen Buch geschrieben. Arbeit und Leistung sind nicht böse. Ich muss nicht erst sauer werden um Leistung zu fordern oder ein Pferd mal richtig arbeiten zu lassen. Das kann man ganz fröhlich einfach immer machen, bei den Pferden, die das brauchen. Das Pferd bestimmt, was gut ist, und gut ist, wenn es mit sich und seiner Leistung zufrieden sein kann.
 
Dann ist das Pferd nach der Arbeit nassgeschwitzt. Aber es steht am Schluss in stolzer Haltung und mit leuchtenden Augen da. Ruhig und zufrieden, aber nicht erschöpft. Und am nächsten Tag fragt es, ob wir das nochmal machen können. Können wir, weil ich nun auch ruhig und zufrieden bin, denn ich schaffe es, dem Pferd zu geben, was es braucht. Ich muss es sich an der Longe und unter mir einfach abarbeiten lassen, ohne zuviel reinzuquatschen. Effekt legt sich die Latte höher, als ich es tun würde.
 
Es gibt Pferdetypen und Pferderassen, die etwas leisten wollen. Für sich. „Der fragt nach Arbeit“ ist kein dummer Spruch. Das ist eine Feststellung, die zu den richtigen Schlüssen führt, sobald man Arbeit als Aktivator für das innere Belohnungssystem betrachtet und nicht als Strafe.
 
(c) Maren Diehl
 

Montag, 21. März 2016

Wiederholung Kavallerietraining

Gestern bin ich per Mail gefragt worden, was ich mit dem vor einiger Zeit in einem Post eingefügten Video sagen möchte. "Sehen Sie es als positives, nachahmungswertes Beispiel im Kontext der physiologisch sinnvollen Trainings oder aber als abschreckendes? Das könnte ich nicht so richtig rauslesen..."
 
Diese Frage ist für mich noch nicht abschließend geklärt. :D Für mich gibt es in dem Video viele bemerkenswerte Aspekte. Man kann sich anschauen, was alles geht. Man muss so nicht reiten. Aber man kann es wertfrei betrachten. Ohne Wertung lernt es sich besser. Wer Geschichte (und dies ist eine historische Aufnahme) einfach nur bewertet, nimmt sich die Möglichkeit, daraus zu lernen.
 
 
Und dann gibt es auch noch andere Qualitäten. Jeder entscheidet für sich, welche dieser Qualitäten erstrebenswert sein mögen. Man kann seine Meinung auch wieder ändern.

 
 Und dann kann man beide Videos nach Symptomen von Tragkraft oder Trageerschöpfung durchsehen. Oder nach Lebensfreude. Oder nach Faszienfunktion. Nach reiterlicher Geschmeidigkeit. Nach absolutem und relativem Gehorsam. Nach motorischer Kompetenz. Nach Zuchtzielen. Nach gezeigter Leistung. Man kann die HDV 12 nochmal aus dem Bücherregal kramen. Man kann die eigenen Fähigkeiten und die seines Pferdes einordnen. Man kann sich neue Ziele setzen. Dem eigenen Alter und Ausbildungsstand ebenso angemessen wie dem des Pferdes. Bitte.
 
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Donnerstag, 10. März 2016

Prämissen

Im folgenden eine kleine Textvorschau auf  "Jenseits der Biomechanik". Das erste Kapitel, aus dem der Text stammt, soll für eine gemeinsame Startposition sorgen, bevor es mit Biotensegrity und Faszienzugbahnen losgeht.
 
Die Logik von Systemen und Ansichten ist demnach immer in Abhängigkeit zu der gewählten Prämisse zu verstehen.
(...)  Prämissen sind Annahmen, auf denen sich eine Lehre, ein System oder eine Weltanschauung begründet. Die Auswahl und Festlegung der Prämissen beruht auf einer mehr oder weniger willkürlichen Entscheidung. Quantenphysikalisch betrachtet, gestaltet wiederum die Wahl der Prämisse die Realität, wobei sich diese Realität eher als eine aktuelle Auswahl an Möglichkeiten definiert denn als feste Struktur. Dies jedoch nur am Rande, um zu zeigen, in welch weitem Feld wir uns mit diesem Thema bewegen.
 
 

 „Wenn sich einmal eine grundlegende Prämisse ausgebildet und gefestigt hat, ergibt sich der Rest der blühenden Wahnvorstellung fast zwanglos aus anscheinend durchaus logischen Schlussfolgerungen von dieser einen absurden Prämisse.“
Paul Watzlawick

Wer in einem bestimmten System die zugrundeliegenden Annahmen definieren kann, ist in der Lage, (...)  sich mit der inneren Logik des Systems zu befassen, die in den meisten Fällen wasserdicht und in sich geschlossen ist. Je weniger sich die Prämissen an der Wirklichkeit erster Ordnung orientieren, um so beeindruckender ist häufig die Eloquenz der systemstützenden Erklärungen.
 
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Dienstag, 8. März 2016

Biotensegrity - Biomechanik aus der Sicht des Pferdes

Endlich mal wieder ein Heimspiel!
 
Falada e.V. veranstaltet in diesem Jahr eine Vortragsreihe zu verschiedenen interessanten Themen im Pferdebereich, und ich mache den Anfang mit "Biotensegrity".
Biomechanik und Biotensegrity sind zwei unterschiedliche Erklärungsmodelle für lebendige Körper in Bewegung. Biomechanisch betrachtet kann die Hummel nicht fliegen. Dass sie es doch kann, macht die Begrenztheit der Biomechanik deutlich. Biotensegrity ist ein neueres, widerspruchsarmes Erklärungsmodell, das als Grundlage für Training, Behandlung und Selbstverständnis von Mensch und Pferd dienen kann. Nach diesem knapp zweistündigen Vortrag weiß man, wovon die Rede ist...

31.3.2016, 19:00 - 21:00 Uhr, Burg Landeck, 76889 Klingenmünster, 5€ (weitere Spenden für Falada e.V. sind willkommen), Anmeldung marendiehl(at)aol.com
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Freitag, 4. März 2016

Krümel im Bett

Es ist eine spannende Sache mit Biotensegrity. Viele Menschen, gerade die, die bereits länger im therapeutischen Bereich oder als TrainerInnen arbeiten, fühlen sich von dem Konzept spontan angezogen (so wie ich auch vor zwei Jahren), weil sie spüren, dass dort neue Lösungen für alte Probleme zu finden sind. Und das völlig ohne Vorkenntnisse zum Thema, es ist ein Impuls, an dieser Stelle "zu suchen".

Dann gibt es andere, die spontan in eine Abwehr zum Thema gehen. So, wie ich es vor zehn Jahren ebenfalls getan hätte. Diese Reaktion ist eine Eigenmächtigkeit des Gehirns, das Energie sparen möchte.  Das sollte man sich nicht gefallen lassen. Es könnte nämlich sein, dass das Weltbild verändernde Einsichten entstehen. Und die sind zunächst unbequem.

Biotensegrity ist ähnlich wie Knäckebrotkrümel im Bett. Man kann sich lange pieken lassen und sich darüber ärgern - oder man nimmt zur Kenntnis, dass da etwas ist, das sich nicht ignorieren lässt.

Aus den neuen Einsichten entsteht dann auch die Freiheit, das eigene innere Weltbild neu zu gestalten. Das wiederum ist ein kreativer Prozess, der begeistern kann. Dafür lohnt es sich, Herz, Hirn und Körper in Gang zu setzen. Versprochen!

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Donnerstag, 3. März 2016

Die erste Rezension

... sollte eigentlich ein Vorwort werden, aber plötzlich hatte ich zwei davon:
 
Schon mit „Die Pferde sind nicht das Problem – keine Reitlehre“ hat Maren Diehl ein Buch verfasst, das ich uneingeschränkt jedem Pferdemenschen an die Hand geben möchte. Es ist leicht zu lesen, mit Witz und Humor geschrieben, verständlich für jedermann und doch mit so viel Information und Erfahrungen gefüllt, dass auch jeder Fachmann viel dazu lernen und sein Wissen vertiefen kann! Genau das hat die Autorin auch mit ihrem zweiten Buch geschafft.
 
„Jenseits der Biomechanik: Biotensegrity“ ist anders. Anders als die meisten Bücher, die ich bisher gelesen habe. Dieses Buch regt zum Nachdenken an, es fordert den Leser auf, sich zu hinterfragen, hinzugucken und vor allem hin(ein)zuhören. In sich selbst und in sein Pferd. Sich den Spiegel vorzuhalten und zu reflektieren was man tut oder auch nicht, was man mit seinem Pferd tut oder ihm vielleicht unbewusst antut, kann unangenehm sein, ja es kann einen erschüttern. Wir wollen ja alle nur das Beste für unsere Pferde. Keiner reitet mit Absicht schlecht. Das wichtigste ist, seinen Verstand nicht auszuschalten, offen zu sein für neue Denkansätze. Denn das ist aktiver Tierschutz!
 
Wenn Sie dieses Buch in den Händen halten, sind Sie offen für neue Sichtweisen. Und seien Sie gewiss, diese Denkweise ist neu. Biomechanik war gestern, Biotensegrity und die Wirkung und Aufgabe der Faszien sind heute.
 
Maren Diehl hat sich für uns durch das Thema Biotensegrity und  die neuesten Studien über 
myofasziale Zugbahnen gearbeitet und alles für uns verständlich und auf das wichtigste reduziert, niedergeschrieben. Sie erklärt wichtige Zusammenhänge von Faszien und Krankheit, von innerer Einstellung und Bewegung, von nötigem Druck und entstehendem Zug.
 
Für mich als Physiotherapeutin und osteopathische Pferdetherapeutin hat sich ein neuer Blickwinkel geöffnet. Es hilft mir bei meiner täglichen Arbeit. Denn bei jedem Patienten frage ich mich: „WARUM?“. Nur wenn die Ursache für Schmerz und Krankheit erkannt wird, kann ich dem Patienten, ob zwei- oder vierbeinig, langfristig helfen. Durch das Erkennen von faszialen Verbindungen, bin ich bei der Ursachenforschung einen großen Schritt weiter gekommen.
 
Für mich als Pferdebesitzerin heißt es reflektieren, beobachten, zuhören, umdenken und lernen.
Dieses Buch ist wieder keine Reitlehre. Es gibt keinen der vielen Wege nach Rom vor. Dieses Buch lässt in seinen Lesern eher den Gedanken aufkeimen, ob Rom überhaupt unser Ziel ist. Viel Spaß beim Lesen, schmunzel, verstehen und begreifen.

Merle Svensson

-Physiotherapeutin und osteopathische Pferdetherapeutin-

Dienstag, 16. Februar 2016

Fast fertig...


 

Für mich naht das Ende des Winters, mein Teil der Arbeit an meinem neuen Buch ist nahezu abgeschlossen. Es wird auch höchste Zeit, denn die Pferde lassen den Winterpelz fallen, die Krokusse blühen und es gibt wieder ein Draußen. Ein wenig wird es noch dauern, bis das Buch im Handel ist.

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Sonntag, 31. Januar 2016

Faszientraining ist Einstellungssache




Der nächste Termin für das Seminar "Faszientraining ist Einstellungssache" mit den Schwerpunkten Biotensegrity und Faszienzugbahnen für TrainerInnen und TherapeutInnen ist der 30.04.-1.05.2016.

Dies ist einer von nur zwei Terminen mit diesem Schwerpunkt in 2016!
 
 Anmeldungen bei Kerstin Jaud, www.kerstinjaud.de.