Dienstag, 25. Februar 2014

Jacke wie Mantel

Das im letzten Post beschriebene Mäntel- und Jackenproblem ist zu meiner Freude anscheinend rückstandsfrei gelöst, wie mir heute berichtet wurde.

Dienstag, 18. Februar 2014

Pferdeflüstern - Pferdelauschen

Manchmal weiß ich selbst nicht genau, was da passiert, aber es erschließen sich sehr komplexe Themenbereiche, während die Pferde immer dann, wenn etwas verstanden wurde, hingebungsvoll abkauen. Es folgen zwei Begebenheiten aus den letzten drei Tagen.

I.
     Eine mir bis dahin unbekannte Stute bei der ersten Longeneinheit während des Basis-Seminars am letzten Wochenende: Der Hintern flog in die Luft, es folgten einige kräftige Buckler mit Kicks in meine Richtung – Rücken schonende Beschlagskontrolle – und herausfordernde Blicke. Das habe ich mir so übersetzt: kerngesunde Wirbelsäule, kraftvolle Hinterhand, genügend Energie. Warum kann dieses Pferd also nicht vernünftig an der Longe laufen? Weil es keine Ahnung hat, wie seine Vorhand funktionieren kann und soll! 
     Nachdem ich der Stute erklärt hatte, dass ich ihr genau das jetzt beibringen könnte, hat sie mit Feuereifer und sehr konzentriert mitgearbeitet, so dass sie in der zweiten Trainingseinheit am Nachmittag für ihre Besitzerin und die anderen SeminarteilnehmerInnen kaum wiederzuerkennen war. Es wird einiges an Trainingszeit benötigen, bis das alles sicher abrufbar und auch unter der Reiterin möglich sein wird, aber Havanita hat ganz klar gemacht: Möglich ist das, und dann geht auch Galopp!
 
II.
„Red´du mal mit ihm“, war die Bitte der Besitzerin eines Friesen, mit dem ich bereits gearbeitet hatte, der aber nicht aktuell bei mir im Training ist.
    Das Pferd reagierte aus unerfindlichen Gründen auf Mäntel und Jacken, die man ihm vor den Sattel oder über den Rücken legte, völlig hysterisch. Allerdings traf das nur auf geschlossene Jacken zu. Als Decke auf seinen Rücken drapiert akzeptierte er sie. Hysterisch wurde er in klassischer Friesenmanier: Brust raus, Hals hoch und zurückgebogen, den Kopf in den Wolken. Der Hals gleichzeitig ein Fragezeichen, und jedes Körperteil drängte in eine andere Richtung, als wolle er sich mit mäßigem Erfolg hinter sich selbst verstecken.
     Bereits vor dem Jackentest wirkte das Pferd auf mich sehr instabil und in sich verschoben, so dass ich ihn mit dem Peitschenknauf aus einem Meter Entfernung zunächst „gerade richtete“. Ich schob so lange an ihm herum – Bugspitze rein, die Beule im Hals weg, die Schultern in die Spur – bis er auf allen vier Füßen ausbalanciert stand und endlich bei sich war, anstatt gleichzeitig alles im Auge behalten und es mir recht machen zu wollen. In diesem Moment fiel dann auch der Kopf mittig vor das Pferd in eine entspannte Haltung. Danach erklärte ich dem Pferd, dass es dieser Jacke nichts recht machen müsse, dass sie einfach nur zu tragen sei. T r a g e n. Nicht: Ertragen.
     Und genau das übten wir dann in der Longierhalle, den Mantel quer über den Longiergurt gelegt. Der Friese benötigte ein paar Runden, um sich an das Konzept des Tragens zu erinnern. In dem Moment, in dem ich ganz glücklich war, dass das Pferd endlich bei sich war und nicht mehr bei dem Mantel oder dem Versuch, „es recht zu machen“, als es begann, gelassen zu arbeiten und einfach zu tragen, beurteilte seine Besitzerin ihn als unkonzentriert. Was ich im ersten Moment nicht verstehen konnte, weil ich doch gerade das Gegenteil empfand.
    Bis ich mich mit der Definition des Begriffes Konzentration in diesem Zusammenhang befasste, und dann wurde klar: Es gibt völlig unterschiedliche Ausrichtungen der Konzentration! Meine Absicht war, das Pferd zu sich, in seinen Körper zu bringen, damit es sich in Ruhe auf seine Aufgabe, das Tragen, konzentrieren konnte. Seine Besitzerin hatte eine völlig andere Vorstellung von Konzentration: Das Pferd sollte den Menschen in jedem Moment fragen, was es denn genau mit jedem seiner Körperteile tun sollte. Was in meinen Augen wiederum die Körpereinheit völlig zerstört hätte.
     Dadurch, dass uns beiden bewusst wurde, wie unterschiedlich wir die Mitarbeit des Pferdes bewerteten, wurde auch klarer, was es zunächst braucht, um dem Pferd grundlegende Sicherheit zu geben: Die Konzentration auf eine Aufgabe (tragen) und die Möglichkeit, sich an dieser Aufgabe zu üben. Die Aufgabenstellung muss dem Pferd erlauben, bei sich zu bleiben, damit es später als Einheit auf Hilfen reagieren kann und nicht als Sack voller Pferdeteile.
      Die Aufgabe „Tragen“ lässt sich als Herausforderung an Kraft, Gewandtheit, persönlichen Ehrgeiz und innere Konzentration verstehen, wohingegen das „Ertragen“ für das Pferd nervlich sehr anstrengend und oft fast nicht auszuhalten ist. Ersteres lässt das Pferd beim Üben stärker werden, letzteres zehrt einfach nur an den Nerven.

Wieder was gelernt.
 

Freitag, 7. Februar 2014

Der Buchtitel steht...

... und voraussichtlich wird das Buch Mitte März erscheinen. Ich bin sehr gespannt, wie es euch gefällt. Die Rückmeldungen der ProbeleserInnen waren durch die Bank sehr positiv.

Seit Anfang September habe ich jede freie Minute erst schreibend, dann Grafiken gestaltend und layoutend verbracht, habe anstrengende Kämpfe mit OpenOffice ausgefochten, bis alles an seinem Platz war und vor allem auch dort blieb. Jetzt fehlen noch endlos viele Kleinigkeiten, aber es ist Land in Sicht.


Das Buch wird verlegt bei spiritbooks von Ulrike Dietmann, die mir den letzten und entscheidenden (freundlichen) Tritt in den Hintern gegeben hat, der mich das Projekt in Angriff nehmen ließ.


Dienstag, 4. Februar 2014

Na gut,

... nachdem Mara es in ihrem Newletter stehen hatte, gibt es kein Leugnen mehr. Ja, ich schreibe an einem Buch. Ja, ich bin bald damit fertig. Ja, das ist der Grund, warum es im Blog so lange recht ruhig war. Ich verspreche, dass sich das wieder bessert, sobald das Buch als fertige PDF-Datei mein Arbeitszimmer verlassen hat.