Montag, 3. März 2014

Erfahrungsbericht von Kerstin und Dudek

Die Kappzaum-Longe und ihre Erfolge für Pferd und Mensch

Der erste Erfolg (und wahrscheinlich ein sehr wichtiger) war der, dass ich angefangen habe, viel mehr mit meinem Pferd zu üben, da die Handhabung wesentlich zeitsparender ist als mit der Doppellonge. Auch wenn ich mal nur ne halbe Stunde Zeit hatte, konnte ich mal schnell longieren, ohne aufwendiges, zeitraubendes Putzen und „Anziehen“. Einfach nur den Kappzaum drauf, Longe dran und los…
Dann musste ich bei einer Einführung für richtiges Joggen feststellen, dass ich meine Muskeln an der Rückseite der Oberschenkel bisher nie richtig benutzt habe (eindeutiges Zeichen: sehr anstrengend und hinterher tierischen Muskelkater). Wahrscheinlich war auch das der Grund, warum mein Pferd diese Muskeln bei sich auch nicht so richtig benutzen wollte und ihm die Schubkraft von hinten gefehlt hat. Ich übte also beim Longieren an mir selbst, diese Muskeln zu benutzen und plötzlich konnte mein Pferd mit der Hinterhand richtig abdrücken.

Beim Reiten stolperte mein Dicker des Öfteren, was daran lag, dass er mit der Vorhand das Gewicht nicht richtig aufnahm. Das war dann die nächste Übungsreihe. An der Longe und auch beim Reiten, immer die Vorstellung, das Gewicht mit der Vorhand aufzunehmen. Das Stolpern wurde immer weniger bis es ganz weg war.

Dann sollte ich mir beim Longieren vorstellen, wie sich die Winkel der Schulter und Hüfte beim Pferd verändern (bzw. erst mal überhaupt bewegen), damit das Ganze dann leichtfüßiger und federnder wird. Und hier habe ich dann auch die Auswirkung bei mir gemerkt. Meine Stände im Taiji wurden plötzlich viel besser und ich spürte, wie ich durch meine eigenen Hüftgelenke durchkam, ohne dass etwas blockierte. Ich wurde auch öfter von Mitübenden gefragt, was ich denn bei meinem Training verändert hätte…

Leider wurde mein Longierplatz am Anfang des Winters durch den vielen Regen unbenutzbar. Ich bin daher jetzt wieder öfter Ausreiten und habe festgestellt, dass wir (mein Pferd und ich) die lange geübten Sachen verinnerlicht haben. Mein Dicker richtet mein Becken auf (das musste ich vorher immer aktiv selbst machen), er stolpert nicht mehr und drückt mit der Hinterhand so stark ab, dass er momentan bei dem Matsch nach hinten abrutscht. Auch hat er immer seine Aufgabe beim Ausreiten, die klar definiert ist: Trage mich von A nach B. Nicht mehr, aber auch nicht weniger. Darauf brachte mich Maren, als ich ihr erzählt hatte, dass er sich bei den Kids immer brav an die Bank stellt und sie aufsteigen lässt, bei mir dreht er sich im 90°-Winkel zur Bank. Die Kids wollen eben nur, dass er sie von A nach B trägt und das ist eine klare Aufgabe. Und jetzt kann auch ich von der Bank aus aufsteigen ;-)

Hoffentlich wird es jetzt bald mal trocken, damit wir den Platz neu machen können. Ich freue mich auf Marens neue Ideen (sei es die Vorstellung, dass ich mich beim Longieren gedanklich auf mein Pferd setze und mal schaue was passiert, wenn ich z.B. den Außenzügel annehme oder ähnliches )

Danke für den tollen Bericht!

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