Freitag, 9. Dezember 2016

Manche Sachen kann man x-mal erklären...

... schriftlich sogar. Direkt im Buch. In den entsprechenden Kapiteln:
Es ist kein medizinisches Fachbuch.
Es ist kein medizinisches Fachbuch.
Es ist kein medizinisches Fachbuch.
Und dann schaut man ins Ranking bei Amazon und findet sich auf Platz 6 in der Rubrik Tiermedizin:

Amazon Bestseller-Rang: Nr. 34.034 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher) 
Nr.6  in Bücher > Fachbücher > Medizin > Weitere Fachgebiete > Tiermedizin 
Nr.106 in Bücher > Naturwissenschaften & Technik > Medizin > Tiermedizin

Die große Frage lautet: Ist das jetzt gut oder schlecht? Wobei ich ehrlich sagen muss: Es freut mich. Denn so war es gedacht - als Anstoß zum weiter Forschen für ReiterInnen, TiermedizinerInnen, TherapeutInnen, AusbilderInnen und und und. "Jenseit der Biomechanik - Biotensegrity" sollte vor allem neugierig machen. Das scheint gelungen zu sein.

Ich wünsche allen LeserInnen viel Freude mit dem Buch!


Eine Stunde später geht noch was:



Sonntag, 27. November 2016

Adventskalender - zweite Runde

 

An der zweiten Runde nehmen alle teil, die bislang den ersten Post geteilt haben und die, die ihn (oder diesen hier) bis nächsten Samstag noch teilen. Allerdings gibt es technische Voraussetzungen, um in den Verlosungstopf zu kommen:

Ich erkenne nur, dass geteilt wurde (und wer geteilt hat), wenn das auf Facebook und öffentlich geschieht. Wer also einen Post teilt, sollte das vom FB-Originalpost aus tun! Ansonsten habe ich die Gewinne um zwei weitere Modelle pro Verlosung ergänzt, damit sich noch mehr Begeisterte daran erfreuen können.

Ich wünsche euch allen einen schönen 1.Advent,
Maren


Adventskalender

Advent, Advent...
... die erste Verlosungsrunde ist abgeschlossen.

Die Gewinnerinnen sind:

 Buch + Modell: Kerstin Rottmüller
Modell: Michaela Schönlein, Claudi Pflüger


Alle Anderen haben noch drei weitere Chancen. Allerdings werden mir nur die auf FB öffentlich geteilten Posts und die von FB-Freunden angezeigt. Wer nun nicht öffentlich geteilt hat, ist vielleicht nicht in der Verlosung drin. Das ist mir dadurch aufgefallen, dass 60 geteilte Posts in der Staistik sind, aber (abzüglich der doppelten) nur 38 Teiler namentlich aufgeführt sind.


Ich wünsche euch einen schönen Adventssonntag - und sobald ich die Postadressen per PN erhalten habe, schicke ich die Gewinne auf den Weg.

Donnerstag, 24. November 2016

Seminar "Biotensegrity - Biomechanik aus der Sicht des Pferdes"


Am 25.-26. Februar 2017 findet in 23617 Krumbeck auf dem Krumbecker Hof das erste Seminar des Jahres 2017 statt. Je nach Anzahl der TeilnehmerInnen steht uns entweder das Reiterstübchen oder die historische Kulturscheune für diese Veranstaltung zur Verfügung.




Dieses Wochenendseminar ist das Basisseminar für alle Pferdemenschen und beginnt mit einer umfassenden Einführung in „Tensegrity“ als Konstruktions- und Funktionsweise. Modelle vermitteln fühlbar den Unterschied zwischen „Hebeldenken“ und „Raumdenken“ - und genau darauf kommt es an. Biotensegrity ist dann die Übertragung der tensegralen Konzepte auf lebende Körper, in diesem Fall auf Mensch und Pferd. Faszienstrukturen und Knochen werden zu den Zug- und Druckelementen tensegraler Strukturen, und aus dieser Blickrichtung heraus geht es weiter mit Faszienfunktion und Biomechanik.


Der Faszienkörper als Bewegungs(wahrnehmungs)organ ist deutlich mehr als ein Haufen Bänder, Sehnen und Bindegewebe und wird – ebenso wie die Biomechanik aus der Sicht des Pferdes - ausführlich und für alle verständlich vorgestellt und erläutert. Mit vielen Übungen werden die tensegralen Konzepte spürbar gemacht, um ein ganzheitliches Gefühl für „Biotensegrity“ zu entwickeln. Diese Gefühl bildet die Basis für jegliche weitere Arbeit und wird später unabhängig vom theoretischen Wissen - es ist alles wesentlich weniger kompliziert, als es sich liest.

Die Pferde der Veranstalterinnen geben im Laufe des Seminars immer wieder die Möglichkeit, das Gelernte „wiederzufinden“ und Sehen zu üben, und vor allem am zweiten Tag gibt es genügend Raum für individuelle Fragen zur Theorie und den jeweiligen Umsetzungsmöglichkeiten.

25.-26. Februar 2017, Krumbecker Hof 8,  23617 Krumbeck. Teilnahme (ohne Pferd) 230€ plus 25€ KaffeeKeksAnlagenpauschale vor Ort. Hunde bitte möglichst daheim lassen. Anmeldungen per Email an Marendiehl(at)aol.com.

Mittwoch, 16. November 2016

Adventskalender

Ok, ich mach´s! In diesem Jahr gibt es eine adventskalenderartige Verlosung an jedem Adventssonntag.
Es gibt jeweils ein Tensegrity-Modell und ein Buch "Jenseits der Biomechanik - Biotensegrity" zu gewinnen.
Was ihr dafür tun müsst? Diesen Post auf Facebook teilen. Und vielleicht einen Kommentar schreiben, warum ihr unbedingt so ein Modell braucht! :D


Sonntag, 9. Oktober 2016

Testlauf Gebrauchshaltung

Heute war der erste Testlauf für das Konzept "Entwicklung einer Gebrauchshaltung" beim Seminar in Pfaffenrot. Die Überprüfung des Gebrauchswertes der Idee, Parameter zu definieren, an denen sich die Veränderungen beim Pferd im Laufe der Zeit ablesen und interpretieren lassen.

Vielen Dank an meine Seminarteilnehmerinnen, die sich mit unerwarteter Begeisterung auf dieses Thema gestürzt und viele interessante und zielführende Fragen gestellt haben. Desgleichen Dank an die Pferde, die meinen Ideen Leben verliehen.

Vor allem Dank an Rocco, der so schön demonstriert hat, was geschieht, wenn die Vohand ihren Job macht, während die Hinterhand in alten Mustern hängt, indem er ganz gelassen viele Meter einfach "zurückgerollt" ist.

Dieses Seminarthema wird auf jeden Fall in 2017 auf dem Menüplan stehen!



Montag, 22. August 2016

Gebrauchshaltung


Ein ungeliebter Begriff. Weil er mit Gebrauchen im negativen Sinne gleichgesetzt wird. Wenn man aber einfach davon ausgeht, dass das Pferd so alle seine Glieder sinnvoll und koordiniert gebrauchen kann, bekommt das Wort einen anderen Sinn.


Wenn die Vorderbeine sagen, es wird gestanden, wird gestanden. Aktives Stehen über viel Boden.
(Kappzaum/Trense)





Samstag, 20. August 2016

Terminplanung 2017



Ab sofort vergebe ich Termine für 2017. Die laufende Seminarsaison ist zwar noch nicht zuende, aber da bereits nachgefragt wird und der neue Terminplaner gestern in der Post war, kann es nun losgehen.

Wer ein Seminar ausrichten möchte, kann sich gerne per E-mail (marendiehl(at)aol.com) oder über Facebook per PN bei mir melden und die jeweiligen Konditionen erfragen. Eine Übersicht über die Seminarthemen findet ihr hier.

Die regionalen Preisunterschiede sind auf meine Fahrtkosten und den Zeitaufwand zurückzuführen.

Mittwoch, 29. Juni 2016

Hankenbeugung

Hankenbeugung geht. Die Machbarkeit ist bewiesen und im Bilde festgehalten.
Zwischen den beiden Bildern liegen ein Galoppsprung und ein hinter uns lautstark Gänse von seinem frisch abgezogenen Kies scheuchender Pflasterleger. :D
 
 
 



Dienstag, 21. Juni 2016

Cutting-Dressage?

Wenn wir die Grundausbildung überleben, können wir es bestimmt zu etwas bringen. Die genaue Disziplin müssen wir noch erfinden.
 
Die drei Fotos sind vermutlich auf den Versuch zurückzuführen, das Publikum zu unterhalten und entstammen einem Bewegungsablauf.
 
Vielleicht stammen die weißen Teile von einem Lipizzaner und nur die schwarzen vom Trakehner? Und es gab vor seiner Zeugung bereits weitere Weideunfälle in der Ahnenreihe?   *lach*















 (c) Maren Diehl

Montag, 20. Juni 2016

Gute Vorsätze....

....was das regelmäßige Schreiben betrifft, habe ich wohl. Aber der Schwerpunkt meiner Tätigkeit liegt gerade eher in der Praxis. Und beim Lesen.
 
Habe den Baucher (Cadmos-Verlag, 13. Auflage, die letzte von Baucher selbst redigierte und ergänzte Fassung) gründlich gelesen und kann mich jetzt beherzt jeder Diskussion stellen. Sehr berührt haben mich die Textpassagen, in denen er schreibt, was er fühlt und wovon er träumt. Und dass er im Alter am liebsten einfach auf Trense geritten ist.  ;)  Dass seine Techniken unter weniger begnadeten Reitern häufig "verheerende Auswirkungen" zeigten, wie der Herausgeber im Vorwort beschreibt, hat sich bis heute nicht geändert. Das könnte daran liegen, dass er nur Techniken beschreibt, aber kaum Sitzgefühl. "Hand ohne Schenkel" und "Schenkel ohne Hand" bedeuten nun mal nicht "Hand ohne Sitz" und "Schenkel ohne Sitz"....
 
Und dann habe ich noch Egon von Neindorf und Udo Bürgers "Vollendete Reitkunst" angefangen, wobei ich besonders darauf achte, wie sie beschreiben, was sie fühlen - und nicht, was sie tun. Bei der vollendeten Reitkunst finde ich die zahllosen FN-Fotos der neusten Auflage extrem störend, weshalb ich mich lieber in die alte Ausgabe aus dem Antiquariat vertiefe und aus der neuen nur die Anmerkungen von Michael Putz lese. Die Bilder im Neindorf-Buch hingegen empfinde ich größtenteils als authentisch. Das, was gut und richtig ist, ist in der Pferdeausbildung ganz lange unspektakulär!
 
Effekt mag Udo Bürger. Wenn ich beim Reiten versuche, das was geschieht und seine Texte in Übereinstimmung zu bringen, findet der Schecke das TOLL.

Das obere Bild ist eher ein reelles Bild, während bei dem unteren ein mir nicht näher bekanntes Monster von hinten nachgeholfen hat. Immerhin geht der Dampf inzwischen meistens nach vorne und nicht kreuz und quer. Und Monster hin oder her: Die Fußung bleibt immer klar!



Donnerstag, 2. Juni 2016

Wieder Billigdrucke bei Amazon

Auch von "Jenseits der Biomechanik - Biotensegrity" vertreibt Amazon wieder schwarz-weiße Billigdrucke aus UK. Wer ein solches bekommen hat, bitte mit geharnischter Beschwerde zurückschicken. Wenn möglich, vorher fotografieren und Foto und Rechnungskopie mir zukommen lassen.

Das Original hat insgesamt 25 Farbseiten. Besser beim Verlag oder im Buchhandel bestellen!

Dienstag, 24. Mai 2016

Diskussionsgrundlage Biotensegrity

Einer der Gründe, warum ich das Buch "Jenseits der Biomechanik" geschrieben habe ist, dass es sich in meinen Augen um ein absolut faszinierendes Thema handelt. Da ich mich mit den Auswirkungen menschlicher Vorstellungen von "richtiger" Bewegung auf Pferde schon seit Jahren beschäftige, gibt ein solcher neuer Ansatz einen gewaltigen Motivationsschub, weiter am Thema zu bleiben.

Leider gab es in meinem Umfeld zu wenige Menschen, die sich ebenfalls bereits mit diesem Thema befasst hatten, und die vorhandene Literatur war zum größten Teil nur in englischer Sprache erschienen. Also habe ich mich dran begeben das, was mich aktuell begeistert und weiterbringt, in einem Buch zusammenzustellen. Arbeitstitel:

Die Pferde sind nicht das Problem II - Immernoch keine Reitlehre

Alles in der Hoffnung, andere Pferdemenschen anzustecken mit meiner Begeisterung und dadurch auch Gesprächspartner zu finden, die sich ebenfalls fragen, was das denn nun alles bedeutet - für unsere Vorstellung von Bewegung und von Interaktion, für Behandlung und Reha, für das Lebensgefühl. Es war einfach zuviel Stoff, um ihn in ein paar Blogposts unterzubringen.
 
Der Faszienkörper als Organ, das Gehirn und die Gesellschaft funktionieren alle nach dem Prinzip der Selbstorganisation durch Problemlösung. Stephen Levin, Graham Scarr  und Gerald Hüther haben mich mit ihren Erkenntnissen wochenlang auf Trab gehalten und mit mir auch die armen Menschen, die meine Faszination und die wild sprudelnde Quelle meiner neuen Erkenntnisse ertragen mussten.

(Aus dem Arbeitstitel entstand  dann "Jenseits der Biomechanik", weil das Buch doch recht speziell geworden ist.)
 
Recht weit oben auf meiner Liste der zu erledigenden Dinge steht eine neue Homepage. Und wenn ich die Technik in den Griff bekomme, entsteht in diesem Zusammenhang vielleicht sogar ein Forum. Ein Raum, in dem neue Ideen und Schlussfolgerungen, Trainingsergebnisse und Probleme entspannt und konstruktiv ausgetauscht werden können.

Bis dahin freue ich mich über Fragen zum Buch, zu Biotensegrity und vor allem über Berichte über das, was geschieht, wenn man sich mit diesen Themen befasst. Nicht nur als Kommentar zu diesem Post, sondern gerne auch per Mail.

Sonntag, 22. Mai 2016

Faszienkörper

Für alle, die mein erstes Buch nicht gelesen und sich auch noch nicht mit "FaszienFitness" von Robert Schleip befasst haben hier die Kurzdefinition:
 
Das gesamte Fasziengewebe des Körpers ist als Bewegungsorgan zu sehen. Das ist die ganz kurze Zusammenfassung der Faszienforschung der letzten Jahre, siehe auch Robert Schleip / Fascia Research Institute in Ulm. Soviel für die, denen mehr Text viel zu anstrengend ist und die auch nicht mehr wissen wollen, als sie ohnehin schon wissen.
 
Es ist faszinierend, wie in Foren seitenlang gehetzt und verrissen wird, ohne dass auch nur eine/r der Kommentatoren eines der diskutierten Bücher gelesen hat. Genaugennommen wird sich darüber echauffiert, dass sich jemand erdreistet über Dinge zu schreiben, von denen man selbst noch nie gehört hat. Ist ja auch frech. Also lieber gleich abbügeln, bevor das Gehirn am Ende aus seinem Energiesparmodus geschubst wird. :D  Auch über diesen Trick des menschlichen Gehirns, durch Ignoranz Energie zu sparen, findet sich in "Jenseits der Biomechanik" viel Interessantes. Gefunden beim Gehirnforscher Gerald Hüther.
 
Wenn ich Begriffe nicht kenne, mache ich mich erstmal schlau, überlege, was das neue Wissen für mich bedeutet und wo der Unterschied und die Gemeinsamkeiten zum Bekannten liegen. Dann überlege ich mir, was das alles bedeutet. Und dann kann ich mit anderen darüber diskutieren. Oder vielleicht, wenn ich mich eingehend genug damit befasst habe, auch ein Buch darüber schreiben, das anderen viel Recherchearbeit erspart.
 
Letzteres habe ich getan, um dieses Wissen in die Welt zu bringen. Für die, die danach suchen. Die, die es nicht wissen wollen, dürfen mich einfach ignorieren. Hassen ist unnötig. Danke.

 

Mittwoch, 18. Mai 2016

Fremdreiterprüfung bestanden

Im Rahmen des Reitkurses hat der Scheckenheld nun nach einem Jahr gemeinsamer Arbeit seine Fremdreiterprüfung abgelegt. Sieht richtig gut aus! Benimm und Arbeitsmoral sind weitgehend verinnerlicht. Meistens.

 
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Montag, 16. Mai 2016

Reitkurs in der Südpfalz

Foto: (c) Maren Diehl
 
Das Pferd, das den Sprung nicht anzieht: Im Alter von acht Jahren aus dem Sport ausgeschieden und vor ziemlich genau einem Jahr an die heutige Besitzerin verkauft. Dieser Sprung war der Abschluss des Pfingstkurses. Die Reiterin (12 Jahre jung) ist eine meiner langjährigen Schülerinnen und hat bereits ihre allerersten Stunden bei mir gehabt. Die Freude am Springen haben die beiden sich gemeinsam erarbeitet.
 
 

Freitag, 6. Mai 2016

Seminar bei Berlin:

Tragkraftentwicklung im Raum der Möglichkeiten

Die optimale Form des Pferdes ergibt sich aus der optimalen Erfüllung seiner Aufgabe als Reitpferd im Rahmen seiner physischen und psychischen Möglichkeiten.

Diese Form muss also etwas absolut Individuelles sein - und ein Ergebnis der individuellen Problemlösung des Pferdes. Unsere Aufgabe ist es, dem Pferd behilflich zu sein, die Losgelassenheit, Balance, Geschicklichkeit und Kraft zu entwickeln, die es ihm ermöglichen, uns durch die Aufgaben des Lebens zu tragen.

Um unsere Aufgabe zu erfüllen, brauchen wir zum einen Zeit und zum anderen eine möglichst genaue Vorstellung davon, wie ein Pferd biomechanisch und psychisch funktioniert. Desgleichen benötigen wir Zeit, um ein angemessenes Körpergefühl und motorische Kontrolle zu entwickeln, damit wir unserem perfekten Pferd gerecht werden.
 
In diesem Seminar werden die Grundlagen für die Arbeit im „Raum der Möglichkeiten“ (der Arbeit an der Kappzaumlonge in Anlehnung, aber ohne Formvorgabe) vermittelt. Faszienfunktion, Biotensegrity als „neue Biomechanik“ und Tragkraftentwicklung aus der Sicht des Pferdes gehören zu den Themen des Seminars und die anwesenden Pferde erwecken  die Theorie zum Leben.
 
28.05.-29.05.2016  Birkenhof Teltow, Zehnrutenweg 55a, 14513 Teltow, 250€, vor Ort Anlagennutzung und KaffeeKeksPauschale. Anmeldung: marendiehl(at)aol.com
 
Foto: Rita Kachmarjova, Fotolia

Mittwoch, 4. Mai 2016

Pferdegeflüster

Dank an Kerstin für das schöne Foto! Es ist nicht so einfach, zu übersetzen was das Pferd sagt. Was es möchte, ist vielleicht nicht das, was es braucht und was es braucht ist nicht immer machbar.

 
Aber ein wesentlicher Punkt kam für mich ganz klar heraus: Das Pferd möchte im Moment wahrgenommen werden, so, wie es sich gerade zeigt. Nicht als Krankenakte, als Symptomsammlung oder Krisengebiet. Über die gesundheitlichen Probleme muss man sich natürlich Gedanken machen, aber bitte nicht bei der Arbeit mit dem Pferd. Hier darf man zwar die Grenzen des Empfehlenswerten im Hinterkopf behalten, um gegebenenfalls eine ungünstige Versuchsreihe des Pferdes abzubrechen. Aber das Pferd möchte nicht als Patient gesehen werden, sondern als ein Lebewesen, das sich durch seine Bewegung ausdrückt und als Energie im Prozess seinen Weg sucht.
 
Das ist nicht immer einfach. Aushaltende Hilfengebung bedeutet in diesem Fall, dass man das Geschehen aushalten muss, damit Veränderung möglich wird. Pferde arbeiten Stress und Traumata durch Bewegung ab. Wenn sie wissen, dass sie das dürfen, agieren sie auch nicht mehr explosiv. Sie haben dann ein zuverlässiges Ventil gefunden. Diese Übung ist für uns Menschen sehr schwer, weil der Film im Kopf noch schneller läuft als das Pferd. Wir müssen einen neuen Film gestalten, in dem das körperliche Ausagieren zwar mit Kraft, aber nicht mit hektischem Gerenne verbunden ist.  ;)
 
Sehr schön fand ich, dass mehrere Seminarteilnehmerinnen die Idee von der Eigenverantwortung des Pferdes faszinierend und erleichternd fanden. Ich hoffe auf Berichte!
 
Foto (c) Kerstin Jaud

Dienstag, 26. April 2016

Buchempfehlung: Der Wissenschaftswahn, Rupert Sheldrake

Rupert Sheldrake – Der Wissenschaftswahn – Warum der Materialismus ausgedient hat

Ein geniales Buch! Ein Buch, in dem Rupert Sheldrake sehr präzise beschreibt, wie wenig wissenschaftlich in den Naturwissenschaften geforscht und vor allem bewertet wird und wie stark das moderne wissenschaftliche Arbeiten von Dogmen und Tabus begrenzt wird.
 
Ich habe das Leben eines Wissenschaftlers geführt und bin ein entschiedener Verfechter des wissenschaftlichen Ansatzes. Es verstärkt sich bei mir jedoch die Überzeugung, dass die Naturwissenschaften einiges an Spannkraft, Vitalität und Neugier eingebüßt haben. Ihrer Kreativität stehen dogmatisches und ideologisches Denken, ängstlicher Konformismus und institutionelle Schwerfälligkeit im Wege.“
 
Erhellend für mich war, dass auch die Naturwissenschaften auf der Basis von Annahmen forschen, nachdem ich mich gerade erst mit den zugrundeliegenden Annahmen verschiedener Reitlehren befasst habe. Und es befreit, wenn man weiß, dass man die Macht hat, sich für andere Prämissen zu entscheiden und auch Paradigmen in Frage stellen kann und muss.
 
Ganz neue Horizonte öffnen sich, wenn eine fraglos akzeptierte Annahme nicht mehr als selbstverständliche Wahrheit genommen, sondern zum Ansatz eines forschenden Fragens gemacht wird.“
 
Ja, ja, ja! Sehr überzeugend ist Sheldrakes Arbeit, weil er selbst ein Leben lang Wissenschaftler war und nicht einfach von außen etwas bewertet, was er nie erlebt hat. Seine Art, zu hinterfragen und dabei Zusammenhänge und Widersprüche aufzuzeigen, ist erfrischend und belebend – und hat mein Inselwissen in Sachen Quantenphysik, Vererbung, Geist und Gehirn, Bewusstsein, Naturgesetze, Geschichte der Naturwissenschaften, mechanistische Medizin und Objektivität stark erweitert.
 
Fast 450 Seiten gut zu lesende Fortbildung für denkende Menschen im Allgemeinen, mit Sicherheit ein Gewinn für jeden, der sich für einen wissenschaftlich denkenden und arbeitenden Menschen hält und in meinen Augen eine Pflichtlektüre für angehende Wissenschaftler. Alle Aussagen sind gründlich belegt: Literaturliste und Quellenangaben umfassen zusammen vierzig Seiten....
 
Aus meiner Sicht befreit Sheldrake die Wissenschaft aus dem Tresor und macht sie der gesamten Menschheit zugänglich. Wissenschaftlichkeit zeigt sich für ihn nicht in der verwendeten Sprache und den zugrundegelegten Annahmen, sondern im freien Denken, in der freien Fragestellung und im Dialog. Seine Idee, dass „normale“ Menschen entscheiden sollten, wofür ein Teil der Forschungsgelder verwandt werden, gefällt mir ausnehmend gut!